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Freitag, 5. Juni 2026, 10:20

Hörspiele mit künstlicher Intelligenz

Dürfte bekannt sein: Seit Folge 57 wird "Sherlock Holmes - Neue Fälle" von der Romantruhe Audio mit Hilfe von KI fortgesetzt, die Stimmen der verstorbenen Christian Rode ("Sherlock Holmes") und Peter Groeger ("Dr. Watson") künstlich erstellt.
Sinniger Weise mit dem Titel "Büchse der Pandora" - die wurde jetzt geöffnet...
Für mich endet die Serie mit "Das Ende der Wahrheit" - auch sehr passender Titel.

Selbst wenn es die perfekte Imitation wäre, mir fehlt da das Lebendige drin. Trefflich beschrieben in https://inaimathi.de/sherlock-holmes-in-…en-intelligenz/
Ich bin da raus.

Und wie seht ihr das?
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Markus G.

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2

Samstag, 6. Juni 2026, 05:56

Ich stehe der KI im Hörspiel relativ offen gegenüber wenngleich gewisse Spielregeln geklärt werden müssen bevor man eine KI nützt. Dazu gehört das Einverständnis der Sprecher. Von Holmes und Watson habe ich die alten Fälle auf CD, das genügt mir. In die neuen Fälle habe ich nur lose mal reingehört. Die Pandoras Folge hat mich aber wegen der KI animiert reinzuhören. Ich gehe mit dem Autor konform, Groeger klingt passabel, aber Rode wirklich schlecht. Mich reizen die weiteren Folge auf Grund der schlechten KI als auch wegen der Übersättigung an Holmes Hörspielen nicht. Ich werde deshalb nicht hören. Es gibt in Sachen Hörspiel und KI viel Besseres. Man denke an den neuen Pumuckl.

3

Samstag, 6. Juni 2026, 17:55

Dazu gehört das Einverständnis der Sprecher

Elementar.

Zitat

Man denke an den neuen Pumuckl.

Andreas Fröhlich hat bei einem "Haschemitenfürst"-Live-Podcast vor ein paar Wochen sich in meinem Beisein sinngemäß wie folgt geäußert: wir haben hier eine Figur, diese wurde von Hans Clarin mit einer prägnanten Stimme versehen, und das ist in Ordnung. Aber muß man deshalb an exakt dieser Stimme festhalten? Die Figur hat bestimmte Charaktereigenschaften, die gilt es zu transportieren, aber dazu braucht es nicht die Klangfarbe von Hans Clarin. Warum soll es nicht legitim sein, dem Pumuckl eine andere Stimme zu verpassen, solange diese ebenfalls funktioniert? James Bond existiert ja auch in unterschiedlichen Geschmacksrichtungen, in verschiedenen künstlerischen Ansätzen und Interpretationen. Man muß sich nicht zwangsläufig ans Alte klammern und das zum Nonplusultra verklären - manchmal funktioniert auch ein frischer Wind ganz gut.

Andreas Fröhlich, ähnlich wie auch Santiago Ziesmer oder andere Sprecher weigern sich aktuell, einen Vertrag mit einem Streamingdienst zu unterschreiben, der pauschal gesagt einer Weiterverwertung der Stimme zustimmt. Für die Sprecher ist das eine Ungeheuerlichkeit, immerhin bedeutet das, daß man ihre Stimme von da ab unabhängig von ihrem Besitzer einsetzen kann, also beispielsweise auch für politische Botschaften oder Ähnliches. Oder es kann passieren, daß die Stimme plötzlich inflationär eingesetzt zum Einsatz kommt, während der Sprecher selbst nichts davon hat. Ich bin nicht pauschal gegen KI, aber um irgendwelche Verträge zu unterzeichnen, deren Dimensionen man noch gar nicht absehen kann, und deren juristische Relevanz noch gar nicht absehbar ist, weil es zu dem Thema viel zu wenig Urteile und Regelungen gibt, ist es definitiv zu früh und zu gefährlich.

Gruß
Skywise
Radio Liederlicht
Liedermacher & Co.


Freitag.
Kollegin: "Schau mal, hier. Sieht doch toll aus. Ist aber doof, weil so billig. Versandkostenfrei ist ab 59."
Skywise: "Und du bist erst 57, so'n Scheiß."
Kollegin: "Arsch ..."

4

Mittwoch, 10. Juni 2026, 12:29

Andreas Fröhlich hat absolut recht mit der künstlerischen Freiheit, aber sein Standpunkt zur KI ist eine reine Überlebensfrage. Das Problem ist, dass die Stimme zur verwertbaren Datenspur wird. Unterschreibt man eine Klausel zur "unbegrenzten Rechteübertragung", verliert man die moralische Kontrolle über sein Handwerkszeug. Die Vorstellung, die eigene Stimme synthetisiert für jeden Mist zu hören, ist der absolute Albtraum für jeden Sprecher.

5

Samstag, 13. Juni 2026, 10:28

Vielen Sprechern geht es nicht nur ums Geld (verdienen), es gibt auch für sie so etwas wie eine "Berufsehre".
Mal ganz abgesehen davon, dass man sein Vermächtnis nicht anderen überlassen möchte und man nie weiß, was daraus wird - selbst wenn man es nach seinem Tod nicht mehr mitbekommt.
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6

Montag, 15. Juni 2026, 06:39

Inzwischen habe ich erfahren, dass selbst die besten Stimm-Klone oft an der emotionalen Nuancierung scheitern, da der menschliche Atemrhythmus bei der Artikulation noch nicht perfekt kopiert wird. Das beruhigt mich etwas. Um mein eigenes Studio ordentlich zu halten und dem Technik-Wirrwarr zu entkommen, habe ich mir übrigens maßgefertigte Regalsysteme zur Aufbewahrung installiert. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz ist für mich die wichtigste Basis, um kreativ zu bleiben.

7

Donnerstag, 23. Juli 2026, 08:43

Wenn die KI erst mal in der lage ist richtig überzeugende Ergebnisse zu liefern habe ich kein Problem damit, wenn die Hörbücher vortägt oder in Hörspielen/Serien/Filmen die Sprecher ersetzt. Ich störe mich ja auch nicht dran, dass der Stoff meiner Hose nicht Hamdgewebt oder das Auto nicht von Menschenhand geschweißt wurde. Es muss halt von der Qualität her passen.
Ich möchte auch keine KI Stimmen die bekannte menschliche Stimmen immitieren sondern einfach neue eigene Stimmen. Man kann ja heute schon Bilder von Menschen erstellen bzw abändern, dass sie besonders symmetrisch oder so sind, so dass Menschen sie als besonders hübsch wahrnehmen. Sowas kann man bestimmt auch in ähnlicher Form auch mit künstlchen Stimmen hin bekommen. Natürlich auch das Gegenteil bei Stimmen die dann besonders böse oder hinterhältig klingen. Könnte auch wieder mal Stimmen wie die von exht klingenden Kindern zurück ins Hörspiel bringen - was heute keiner mehr machen will oder was heute durch Auflagen nicht mehr machbar ist. Durch KI Stimmen könnte sowas ja zurück kommen.

Sehe da für Hörer durchaus auch nutzen drin, vielleicht wäre es damit auch möglich "Charakter" Stimmen zurück zu kriegen, die einfach markant sind und gleich erkennbar sind. Man kann ja auch bestimmte sprachliche Besonderheiten mitreinprogramieren. Vielleicht kann man dann als Label demnächst zu einen "Stimmendesigner" gehen, dem gibt man dann Geld und kauft dann eine bestimmte Stimme die niemand anders verwenden darf, außer man zahlt dafür. Wenn dann bsw. Label X die perfekte Gaunerstimme hat, kann man die auch mal für Geld an Label.y verleihen.

FraRa

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8

Samstag, 25. Juli 2026, 12:27

KI-Voicechange hat mir als Hörspielmacher auf jeden Fall die Möglichkeiten stark erweitert. Ich kann als Solo-Hörspielmacher Viele sein, auch Frau, Jugendlicher usw.
Hinter jeder Stimme, die etwa beim von mir viel genutzten ElevenLabs verwendet wird, steckt übrigens, nicht zu vergessen, ein echter Mensch, der für das Mieten seiner bereitgestellten Stimme aus meinem Abo auch bezahlt wird. Wenn auch natürlich gering, denn ich spreche und gestalte die Texte ja selber. Aber hinter KI-Stimmen stehen Menschen, die ihre Stimmen vermieten.
Mittlerweile kenne ich unter den unglaublich vielen Angeboten jene Stimmen, die auch sehr gut den Ausdruck meines Spiels erhalten. Tatsächlich leistet das nicht jede Stimme. Ich hatte mal eine verwendet, die nicht in der Lage war, wütend zu sein. Ein sicher angenehmer Charakterzug, der mir aber einige Schwierigkeiten machte, das Hörspiel zu Ende zu bringen.
Hörspiele sind Fantasieprodukte, was heißt, ich täusche niemanden, was geschehen würde, wenn ich etwa eine Politikerstimme nehmen und behaupten würde, der hätte das wirklich gesagt. Vor dem Veröffentlichen von Youtube klicke ich stets das Kästchen an, das versichert, nicht solchen Missbrauch zu verüben.
Ansonsten finde ich es großartig, immer mehr Gestaltungsmöglichkeiten zu haben, die meine Klangvorstellungen realisierbar machen. Wobei ich unbedingt der Autor bleiben will. Es gibt ja auch KIs, die Szenen schreiben, aber genau das ist ja meine Leidenschaft, es selbst zu tun.
Seit den Anfängen, und das fasziniert mich besonders, gelingt es immer besser, auch fremdsprachige Stimmen sauber Deutsch klingen zu lassen. Anfangs konnten englische Muttersprachler zum Beispiel kein "ch" in "Ich". Ich verwende heute in meinen Hörspielen sogar indische oder chinesische Stimmen, die deutschen Text, sogar mit mundartlichen Färbungen wie sächsisch oder bayrisch, sehr gut verarbeitet haben.
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9

Samstag, 25. Juli 2026, 19:47

Kann ich mir gut vorstellen, dass man damit schon jetzt so einiges machen kann, wenn man sich Mühe gibt.
Man sollte auch nicht vergessen wie neu der ganze Kram noch ist. AI und Stimmen/Videogenerieren gibts ja vielleicht grad mal seit 5 Jahren oder so in dieser Form.
Googles NotebookLM finde ich schon beeindruckend wenn man es zum ersten Mal ausprobiert. Macht man es öfter merkt man schon wo die Einschränkungen sind, aber hey man wirft dem Ding ein paar Quell Links hin und bekommt mal eben einen 10 Minütigen Podcast generiert der sich mit dem Thema beschäftigt und nicht schlecht klingt.

Das man sowas wie ne KI Synchronisation auch komplett in den Sand setzen kann, wenn man 0 Geld reinsteckt und sich nicht drum kümmert hat Amazon ja erst vor kurzem Bewiesen - dagegen klingen dann sogar die YouTube Auto-syncros genial ;)

In weiteren 5 Jahren oder so, wird da wahrscheinlich schon wieder viel mehr gehen, auch automatisiert ohne, dass man noch so viel Manpower wie heute braucht um zu guten Ergebnissen zu kommen.

Ich bin zwar kein Fan von den ganzen Marvel Verfilmungen aber eigentlichen laufen die Schauspieler ja zu 95% nur vor Greenscreens rum und gefühlt zu 50% sind die Schauspieler da jetzt schon KI generiert in ihren Rollen. Und wenn ich mir die Drehbücher da nach Schema F so anschaue, wird man so einen Film in 5 Jahren Vielleicht auch direkt am PC Zusammenklicken können, Drehbuch schreibt die KI, Schauspieler werden vieleleicht noch die Köpfe gefilmt damit man auch mit Namen werben kann.
Heute kann man sich von der Ki über den Textprommt eine Rezension oder Rede schreiben lassen - in 5 Jahren, vielleicht ein Hörbüch in Top Qualität erstellen lassen und in 10 Jahren kann man sich im Premiumabo dann die ersten 30/Minuten Serienfolgen generieren lassen.
OK vielleicht muss man darauf auch länger warten :D

Persönlich nutze ich bereits recht häufig gemini. Meist wenn ich bei Linux gerne was über die bash machen will. meist ffmeg kram - klappt 1a was da raus kommt.Auch für technische Fragen bsw wo man in ios/android/linux/Windows die Einstellung für xyz findet/ändern kann. Früher hab ich da gegoogelt und gesucht - jetzt krieg ich gleich die passende Antwort ohne Werbung, cookie banner, etc.
Ohne dass es die Inhalte im Web gäbe, wüsste gemini die Sachen wahrscheinlich nicht, aber nachdem "das Web" heute für mich auch nicht mehr so den Reiz ausübt wie früher, wo es zig private kleine Seiten gab die alle einzigartig waren, vermisse ich es auch nicht wirklich auf Wordpress/Redit/Facebook Seiten irgendwelche infos zu suchen.

Für alles taugt gemini natürlich nicht, da grade bei allgemeineren Anfragen/Themen vieles schlicht falsch ist, aber bei vielen Sachen ist das Ding auch heute schon gut zu gebrauchen. Wenn ich heute Schüler wäre... Foto von der Mathe Textaufgabe oder der Gleichung machen und Gemini zeigt Lösung+Rechenweg. Oder Inhaltsangabe zu Buch xy machen - im nu fertig :D

Keine Ahnung wie das heute überhaupt noch mit Hausaufgaben in der Schule funktioniert :D

FraRa

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10

Samstag, 25. Juli 2026, 21:05

Ja, die Entwicklung läuft atemberaubend schnell. Ich mache auch gern viel Musikbearbeitungen/Remixe mit Suno, und es ist enorm, was sich da innerhalb von 2 Jahren getan hat.
Die Bearbeitungen sind künstlerisch so hervorragend und kreativ, dass ich, was sich natürlich nicht gut anfühlt, beschämt bin mit meinen dürftigen Vorlagen. Andererseits darf, denke ich, nur Qualität zählen, und die Sachen sind richtig gut, und ich höre das auch zB im Auto. Suno folgt absolut meiner Komposition, aber von Bass-Spur bis zu den Phrasierungen der Soloinstrumente - einfacg irre. Gern auch ein wundervoller Chorsatz dazu...
ich bezeichne das immer noch als Kooperation...noch....
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Markus G.

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11

Sonntag, 26. Juli 2026, 07:34

Noch hat KI in Hörspielen gegenüber dem Einsatz von Menschen noch große Nachteile. Ich glaube auch nicht dass man diese so rasch wegbekommt. Manche Nachteile wird man wohl nie wegbekommen. Auf jeden Fall Respekt vor all den Hörspielmachern, die weiterhin auf den Faktor Mensch setzen :hurray:

FraRa

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12

Sonntag, 26. Juli 2026, 18:33

Welche Nachteile?
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Markus G.

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13

Sonntag, 26. Juli 2026, 19:27

Bezogen auf die obig genannte Hörspielserie Sherlock Holmes wurden die Nachteile bereits genannt. Schlechter Groger, katastrophaler Rode, falsche Betonung, falscher Sprachrythmus, man redet aneinander vorbei, es fehlt in jeder Hinsicht das Lebendige. Des Weiteren stellt sich natürlich die Frage ob dies im Sinne der hervorragenden beiden Sprecher ist, dass ihre Stimmen eine so schlechte Leistung liefern. Rechtlich hoffe ich dass alles geklärt ist. Moralisch und ethisch ist es natürlich eine Grauzone. Hört man sich ganz allgemein KI Hörspiele an, hier gibt es ja bereits eine Vielzahl, gerade die Sherlock Holmes Serie von Darkduck Audio fallen auch hier wieder diese Kritikpunkte auf, fehlende Lebendigkeit, fehlendes Miteinander, falsche Betonungen zum falschen Moment. Hinzu kommen die Stimmen, die realen Sprechern sehr ähnlich sind und nahe kommen, die jedoch nicht ihre Erlaubnis gegeben haben, in diesem Falle David Nathan, der wohl eine Klage anstreben könnte. Zu hinterfragen ist aus meiner Sicht auch, dass die Stimmen mit denen die KI spricht durch Menschen „gespeist und aufgebaut“ wurden, die jedoch für dessen Einsatz nicht bei jedem Einsatz entlohnt werden. Diese Problematik geistert ja aktuell durch Social Media, Stichwort „NETFLIX-Verträge für Synchronsprecher“. Aus meiner Sicht müsste jeder Einsatz von KI-Stimmen rigoros bezahlt werden. In einen Pool wovon dann alle Sprecher profitieren. Apropos Sprecher und Sprecherinnen. Viele dieser verlieren langfristig ihren Job. Dies ist natürlich moralisch und ethisch zu hinterfragen.

Kurz und knapp also - die Qualität ist aktuell sehr bescheiden, die rechtlichen Rahmenbedingungen sind (noch) nicht gegeben und man läuft langfristig Gefahr einer Berufsgruppe einen irreversiblen Schaden zuzufügen. Von daher sehe ich bei all der berechtigten Begeisterung noch deutlich mehr Schatten als Licht.

FraRa

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14

Montag, 27. Juli 2026, 00:58

Ohne (hoffentlich nicht) arrogant zu wirken, aber ich glaube nicht, dass in meinen Hörspielen, in welchen ich sehr viel Voice Change verwendet habe (wie zuletzt in "Die galaktische Kaffeefahrt"), Betonungen und Anschlüsse nicht hinhauen. Ich spreche doch alles selbst wie immer,, nur dass der Klang der Stimme nachträglich verändert wird. Dann reagiere ich auf den Track mit der anderen Dialogstimme wie früher auch, nur dass die dann danach einen anderen Klang bekommt. Am Schauspiel ändert sich überhaupt gar nichts.
Hier:
https://leises-laermen.de/pandoric.html
findet man ganz unten unter der Überschrift "Wie Voicechange geht" eine winzige Vorher-Nachher-Show.
Was Kollegen so vielleicht doof machen, weiß ich nicht. Schauspielerisch ändert sich bei mir durch Verändern des Stimmklangs gar nichts. Im Gegenteil: ich kann sehr viel mehr Rollen einsetzen, kann Frauen nicht wie früher nur als alte Oma klingen lassen usw. Sorgfalt nimmt einem die KI in der Tat nicht ab.
https://leises-laermen.de/

15

Montag, 27. Juli 2026, 08:33

Das "Problem" ist, dass häufig auch Äpfel mit Birnen verglichen werden finde ich.

Klar wenn man sich Hörspielhights der letzten 70 Jahre rausgreift und mit den heutigen KI anfängen vergleicht, verliert die KI haushoch in Sachen Betonung, charakteristischen Stimmen etc. Grad wenn man das dann noch mit Holmes vergleicht wo jetzt auch keine KI Profis dran sitzen.
Pumukl zeigt was geht, fällt für mich da aber auch etwas raus, da da wirklich noch sehr viel Handarbeit drin steckt und die KI Stimmanpassung da nur noch oben drauf kommt.

Wenn man Holmes nur mit den restlichen Maritim Serien von heute verglecht, sticht das in Sachen Betonung und "stimmingslosem aneindander vorbeireden" in meinen Ohren nicht negativ raus. Würde man es nicht wissen, klänge es wie jede andere neue Folge aus deren Portfolio.
Auch bei anderen Labeln wie Dteamland, ging die Qualität für mich im laufe der Jahre deutlich nach unten und Highlightfolgen wie unter den ersten 30 stk finde ich da für mich keine mehr.
Selbst bei Benjamin und Bibi kippen die Sprecher zuweilen sehr deutlich aus ihren Rollen und man kann sofort hören das Otto von ner alten Frau gesprochen wird oder das Bibi bei weitem kein Teenager mehr ist. Immerhin klingt es bei Kiddinx nicht noch so als würde. die aneinander vorbei reden.

Kann man KI Stimmen heute noch gut raus hören? Ich finde ja.
Gibt es noch aktuelle Produktionen wo man hört, dass es mit echten Menschen als Sprechern super klingt? Ich finde ja.
Gibt es heute bereits "hingeschluderte" Massenproduktionen mit menschlichen Sprechern, die aufgrund schlechter Skripte, mangelhaften Betonungen und schalfender Regie nicht besser klingen als Hörspiele in denen KI generierte Stimmen zum Einsatz kommen? Ja finde ich schon. Die KI kann mit den 0815 Sprachleistungen gut mithalten.

Markus G.

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16

Montag, 27. Juli 2026, 09:05

Über Geschmack soll man bekanntlich nicht streiten. Aber welche KI-Hörspiele kennst Du @Hota aktuell, die es Deiner Meinung nach mit herkömmlichen Hörspielproduktionen mithalten kann?

FraRa

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17

Montag, 27. Juli 2026, 19:37

Ich muss wirklich dem Begriff "KI-generierte Stimmen" energisch widersprechen. Werden Foranantworten gar nicht erst gelesen?
Nochmal: diese Stimmen sind Stimmen echter Menschen, die sie eingesprochen haben!
(Das Ganze sollte man nicht einmal KI nennen, weil da keine schöpferischen Leistungen entwickelt werden wie etwa bei Musik-KI Suno. Es findet nur ein Klangtausch statt, nichts weiter).
Ich setze also auch voll auf den Faktor Mensch, nur dass ich als Hobbymacher keine teuren Schauspieler bezahlen kann, aber Menschen irgendwo auf der Welt, die auf diese Weise ihren Klang vermieten (und das gern tun!). Ich finde das absolut nicht ehrenrührig und qualitativ absolut hochwertig, wenn man den Text erstmal gut einspricht.
Wenn die Hörspielindustrie heute Massenprodukte schnell hinschludert, ist garantiert keine KI Schuld, sondern mangelnde Sorgfalt, Zeitdruck, fehlende Schauspiel-und Stimmausbildung usw..
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Markus G.

Kassettenkind

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18

Dienstag, 28. Juli 2026, 07:53

Lieber FraRa! Die Welt dreht sich nicht nur um Dich alleine ;) Der Thread hier heißt ganz konkret „Hörspiele mit künstlicher Intelligenz“, entsprechend beziehen sich alle meine Postings hier ganz genau auf dieses Thema und diesen Sachverhalt. Zu „KI-generierten Stimmen“ würde mich interessieren wieso Du weißt dass die Menschen hierzu ihre Stimme wissentlich und auch gerne hergegeben haben und wie speziell die Entlohnung bei der Abgabe und in weiterer Folge mit jeder Verwendung ist? Zum Thema „Du setzt voll auf den Faktor Mensch“ und Du kannst Dir keine teuren Schauspieler leisten, gäbe ich zu Bedenken, dass es noch etwas zwischen KI generierten Stimmen und teuren Schauspielern gäbe. Es gäbe günstigere Sprecher/innen und natürlich einen sehr großen Pool an Sprecher/innen aus der Freien Szene, die teilweise wirklich großartige Leistungen erbringen und umsonst arbeiten. Im Hoertalk-Forum der Freien Szene gibt es vom Sprecher bis hin zum Autoren alles was eine Hörspielproduktion benötigt, kurz hier kann man auch perfekt auf den Faktor Mensch setzen. Und selbstverständlich haben Du und @Hota, der mir noch eine Antwort bezüglich der „gleich guten KI-Hörspiele“ schuldig ist, recht, es gibt auch schlechte Hörspielproduktionen mit echten Menschen. Eine schlechte Leistung abzuliefern ist etwas zu tiefst menschliches. Wir machen alle Fehler. Aber ob wir für mangelnde und „schlecht eingesprochene“ Hörspiele wie Sherlock Holmes Neue Fälle oder Die verschollenen Fälle zwingend eine künstliche Intelligenz brauchen, ist aus meiner Sicht und aus Sicht des threadstarters hier zu Recht zu hinterfragen. Das soll Deinen Enthusiasmus und Deine Begeisterung für KI keineswegs bremsen. Es ist schön wie viele neue Impulse und Möglichkeiten für Dein Hörspielmachen erfährst und wie viel sichtbare Freude Du dabei hast. Das sind auf jeden Fall die schönen und positiven Seiten, die uns KI ermöglicht. Man sollte nur nicht die Augen komplett vor den Schattenseiten verschließen. Vor allem wenn sie aus meiner Sicht noch überwiegen. Weiterhin frohes Schaffen!

19

Dienstag, 28. Juli 2026, 18:37

Über Geschmack soll man bekanntlich nicht streiten. Aber welche KI-Hörspiele kennst Du @Hota aktuell, die es Deiner Meinung nach mit herkömmlichen Hörspielproduktionen mithalten kann?
Hatte ich ja eigentlich schon geschrieben. Die Pumukel O-Ton Hörspiele halten für mich locker mit allen aktuellen Konkurrenten bei der Zielgruppe mit und sind teilweise auch besser. Egal ob TKKG Junior, ??? Kids oder Benjamin Blümchen. Für mich liegen da selbst die Oton Hörspiele von Pumukl mit seiner KI Stimme vorne.
Die Holmes Folgen mit KI klingen für mich auch besser als die aktuellen Mimi Rutherford oder Dreamland Grusel.
Das liegt aber nicht nur an.den Stimmen an sich sondern häufig einfach an den Dialogen und den Storys. Spielt ja auch alles mit rein. Ich höre auch lieber einer KI Holmes Stimme zu als einem Retrofabrik Masters Hörspiel - finde die komplett schlecht erzählt da hilft es auch nichts wenn Evil Lyn toll klingt, das Gesamtpaket trifft bei Holmes mehr meinen Geschmack. Sind die deswegen "besser" - ja schon - bei lahmen Storys nutzen die besten Stimmen nichts, da nehme ich lieber mal eine seltsame Aussprache/Betonung mehr hin. Wobei ich die aktuellen Holmes Hörspiele keines Wegs für Meisterwerke halte - höre da auch nur gelegentlich mal eine Folge und bleibe sonst eher bei "Klassikern" die mir einfach um Welten besser gefallen wie das gro der aktuellen Produktionen. Aber ab und an möchte man ja auch mal was neues, was man noch nicht kennt hören

Markus G.

Kassettenkind

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20

Dienstag, 28. Juli 2026, 20:27

Ok, Danke! Spannender Geschmack, der sich von meinem sehr unterscheidet. Aber Du hast recht, Andreas Masuth ist natürlich ein großartiger Autor. Ansonsten ist der KI-Rode für mich so ziemlich die schlechteste Sprecherleistung, die ich kenne, wird nur noch von der KI Hörplanet Lady Bedfort getoppt. Aber wie gesagt über Geschmack soll man nicht streiten und wenn Dir dies besser gefällt dann ist es so. Ich glaube Du wirst dann sehr viel Freude in Zukunft haben, es gab ja auch schon bei AMAZON PRIME KI-Synchronisationen, die für sehr viel Aufmerksamkeit gesorgt haben. Ich fand sie in jeder Hinsicht grauenhaft. Und ja, Pumuckl ist die Fahnenspitze, aber auch hier muss ich zu meiner Schande gestehen, dass mir Hans Clarin besser gefällt.

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