"Unrest"
Selten dämlicher deutscher Untertitel: "Schrei nicht, Du weckst die Toten"
[isbn]B000YN97UM[/isbn]
Irgendwie fängt das Ganze ja ganz witzig an: Medizinstudentin Allison besucht ein Pathologie-Seminar und wie es dort eben so zugeht, bekommt sie einen Körper zugeteilt, den sie mit einigen anderen Leuten gewissermaßen "auf Herz und Nieren" untersuchen soll. In diesem Fall bedeutet das: die Leiche einer jungen Frau, die mit diversen Schnittwunden dekoriert ist, die sie sich oberflächlichen Untersuchungen zufolge offensichtlich selbst beigefügt hat. Doch rund um das Seminar und das Krankenhaus ereignen sich plötzlich sonderbare Dinge und die Sterberate unter den Krankenhaus-Angestellten oder Angehörigen des Teams rund um Allison schnellt drastisch in die Höhe. Rasch gelangt diese zu dem Schluß, daß mit ihrem Kadaver etwas nicht in Ordnung ist und übersinnliche Mächte ihre Hände im Spiel haben. Daraufhin stellt sie einige Nachforschungen an ...
Klingt gar nicht mal so schlecht. Und die Atmosphäre des Films ist auch außergewöhnlich gelungen - viele düstere Einstellungen, lange, ungemütliche Flure im Keller des Krankenhauses, ziemlich fiese Lichtspielereien, die hauptsächlich darauf zurückzuführen sind, daß - Bewegungsmelder sei Dank - nur ganz bestimmte Teile der Gänge beleuchtet werden, dazu noch ein gewisser Ekelfaktor (inkl. furzende und "spuckende" Leichen ...) und ein nicht gerade sparsamer Umgang mit Kunstblut ... jedenfalls alles, was ein ordentlicher Horrorfilm so braucht.
Nur - irgendwie kommt die Geschichte nicht so richtig in Gang, die Handlung schleppt sich müde von Szene zu Szene - wären da nicht einige Schockeffekte, würde man schnell einschlafen. Abgesehen von den letzten fünf Minuten, in denen der Regisseur zeigt, daß er auch so etwas wie Action kennt, aber zu diesem Zeitpunkt ist eigentlich auch nichts mehr zu retten. Daran ist vor allem eine bemüht konstruierte Handlung schuld, bei der man sich fragt, ob dem Autor überhaupt klar war, was er da zusammengeschrieben hat. Und vor allem, warum er das gemacht hat. Dann noch ein paar Schauspieler, die irgendwie ziemlich steif wirken (nein, das ist keine Anspielung auf die Darsteller/innen der Leichen im Sezierraum) und nur bedingt überzeugen können.
Es hätte ein guter Film werden können, wenn man ihn eher auf der psychologische Schiene aufgesetzt hätte. Es hätte ein netter Film werden können, wenn man in den Trash-Bereich gegangen wäre. Wäre der Lustig-Lustig-Faktor oder das Sexappeal der Darsteller etwas höher, hätte man ihn auch gerne zu den Teenie-Horrorstreifen stecken können, auch wenn die Zeit dafür auch 2006 eigentlich schon längst abgelaufen war, aber "Unrest" ist nichts von allem, sondern einfach nur langweiliger Popcorn-Horror.
Muß echt nicht sein.
Gruß
Skywise