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Sonntag, 11. April 2004, 10:19

Gabriel Burns 04 - Angst aus Eis

Gabriel Burns 04 - Angst aus Eis



Mystery/Thriller-Hörspiel nach einer Erzählung von Raimon Weber
Universal
60:41 Minuten
CD ISBN 3-89945-665-3 / MC

Sprecher:
Intro - Hans Paetsch
Erzähler - Jürgen Kluckert
Gabriel Burns - Bernd Vollbrecht
Larry Newman - Björn Schalla
Mr. Bakerman - Ernst Meincke
Joyce Kramer - Bianca Krahl
Leif Magnusson - Christian Rode
Carol - Giuliana Wendt
Luther Niles - Simon Jäger
Kristof Thomson - Dennis Schmidt-Foss
Kiljan - Roland Hemmo

Covertext:
Menschliche Konturen zeichneten sich unter dem grauen Laken ab. Der Isländer hob das Tuch. Das Gesicht des Toten spiegelte namenloses Entsetzen wider.
Der Gletscher lag da wie ein gewaltiges Urtier. Eine Zeitlang konnte man sich einreden, es sei der Wind, der über die eisigen Flächen streicht. Es knirschte und brodelte, wenn sich die Eismassen millimeterweise talwärts schoben. Es donnerte, wenn seine Flanken aufbrachen.
Jetzt... nach dreißig Jahren gab der Gletscher sein düsteres Geheimnis frei. Es näherte sich von Nordwesten.



Kritik:

Und weiter gehts mit Folge 4 der Mystery/Thriller-Serie um Steven Burns, den es diesmal nach Island verschlägt. Dort lauert eine Gefahr im Eis eines schmelzenden Gletschers, die schon einmal viele Opfer forderte und nun erneut zuschlägt... Leif Magnusson, einer der Überlebenden der damaligen Ereignisse, fordert von Mr. Bakerman Schutz ein. Die Handlung verläuft in zwei parallelen Strängen. Zum einen wird Joyce Kramer zum Schutz von Magnusson in Vancouver abgestellt, zum anderen reisen Steven und Larry nach Island, um den dortigen dramatischen Geschehnissen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Grund zu gehen.

'Angst aus Eis' ist eine gnadenlos gut durchkomponierte Story mit hammerharter Atmosphäre und viel Gruselflair, die ihren Showdown - wie könnte es auch anders sein - im Innern des Gletschers findet.
Wir erfahren in dieser Folge nicht viel, was uns in der Rahmenhandlung vorwärts bringt, doch die Spur scheint sich trotzdem zu festigen: wie in den ersten Teilen tauchen auch hier wieder diese unheimlichen Kinderstimmen, große Wolframfunde und rumänische Schriftzeichen auf, so dass man die Rahmenhandlung nicht vollständig aus den Augen verliert. Doch das große Plus dieser vierten Folge ist ihre atmosphärisch dichte Handlung, die den Hörer kaum zu Atem kommen lässt. Geschickt wird hin und her geschnitten zwischen Joyce, die es nicht verhindern kann, dass Magnusson entführt wird (und die sogar einen Sturz aus dem dritten Stockwerk auf ein Autodach locker wegsteckt - was für eine Powerfrau!) und zwischen den Ereignissen in Island, wo - wie in Eden Creek - Autos in der Nähe des Gletschers nicht mehr funktionieren und weinende Kinderstimmen Menschen ins Unheil locken.
Die Atmosphäre, die hier aufgebaut wird, ist einsame Spitze, und das liegt neben der rasanten Story vor allem am hervorragenden Einsatz von Effekten und Musik sowie auch an den brillanten Sprecherleistungen.

Aus der Sprecherriege jemanden herauszupicken ist schwierig, Jürgen Kluckert gibt den perfekten Erzähler, gleichermaßen gut sind auch die anderen Sprecher, an denen es absolut nichts auszusetzen gibt. Hier sind Profis am Werk, die mit viel Ehrgeiz alles aus ihren Rollen herauskitzeln - einfach stark. Eine kleine Erwähnung wert ist allerdings der very strange zweimalige Auftritt von Santiago Ziesmer als Isländerin, der nicht einmal Aufnahme in die Sprecherliste fand...
Die Serienmusik ist wie gewohnt bei Gabriel Burns einfach nur der Hammer - Volker Sassenberg setzt auf Gegensätze, und so sind neben den orchestralen Klängen von Manuel Rösler auch elektronische Stücke zu hören, was der Serie eine einzigartige Kulisse verschafft. Die Effekte tun ein Übriges dazu: blankes Entsetzen, Grusel, Thrill wechseln mit 'harmlosen' Szenen so gekonnt ab, dass man manchmal vergisst zu atmen - Suspense pur!
Ein paar kurze Worte zu Cover und Gestaltung: mysteriös wie immer präsentiert sich auf dem Cover eine düstere Illustration, die passend zum Thema der Folge gewählt ist. Einziges Manko für mich: die Inhaltsangabe auf der Rückseite sollte auch ein wenig Rücksicht auf Neukäufer legen und ein paar Worte über Steven Burns und die anderen Akteure verlieren... ansonsten: top wie immer.



Fazit:

'Angst aus Eis' ist für mich eine der besten Folgen der Serie: fesselnde Mystery mit starker Atmosphäre. Die Rahmenhandlung bleibt in dieser 4. Serienfolge allerdings etwas im Hintertreffen, aber das schadet nicht. Schließlich soll die Serie ja nicht schon morgen zu Ende sein. :up:



Weitere Infos: http://www.gabriel-burns.de
»gruenspatz« hat folgende Datei angehängt:
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Sonntag, 11. April 2004, 10:48

RE: Gabriel Burns 04 - Angst aus Eis

Zitat

Original von gruenspatz
Die Atmosphäre, die hier aufgebaut wird, ist einsame Spitze, und das liegt neben der rasanten Story vor allem am hervorragenden Einsatz von Effekten und Musik sowie auch an den brillanten Sprecherleistungen.


ja, effekte ohne ende, das stimmt schon.

aber atmosphäre und story habe ich vergeblich gesucht. eigentlich schade, weil teil 3 mir so gut gefallen hatte, besonders gerade wegen der atmospäre.

einige der szenen waren, für mich, extrem unverständlich, an den reaktionen der handelnden personen gemessen. ich würde das gerne näher ausführen, allerdings würde das eine menge spoilern :DD

vielleicht war meine erwartungshaltung einfach zu hoch, diesmal. ich hatte erwartet das es im niveau von teil 3 weiter gehem würde und nicht in richtung sinclair, oder ähnlich ödem effekthascher-grusel, absackt. aber es kommen ja noch 25 teile nach, da will ich mal nicht mosern :DD

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Sonntag, 11. April 2004, 10:52

RE: Gabriel Burns 04 - Angst aus Eis

Zitat

Original von Thomas
einige der szenen waren, für mich, extrem unverständlich, an den reaktionen der handelnden personen gemessen. ich würde das gerne näher ausführen, allerdings würde das eine menge spoilern



Ja, eine Szene finde ich auch unverständlich: SPOILER AN

[SIZE=3]Warum lassen alle Carol ins Unheil rennen und sitzen untätig rum, bis es zu spät ist? [/SIZE]

SPOILER AUS

Trotzdem finde ich die Story insgesamt gut. :)
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4

Sonntag, 11. April 2004, 10:57

ja, ja, ja !!!!!!!!!!!!!!!!!!

genau diese szene meinte ich auch, grünspatz, unter anderem. das ist absolut unlogisch und unnötig !!! halt eben so eine "gemachter" effekt, der eigentlich nur strange gewirkt hat !!!

eigentlich hätte " gabriel burns" das nicht nötig, wie mit teil 3 bereits bewiesen.

so etwas machen eigentlich nur die, welche keine geschichte zu erzählen haben und sich auf plattes geballere, geschnetzele und gedröhne reduzieren müssen um überhaupt etwas zu bringen :DD

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Luke Danes« (11. April 2004, 10:57)


Evil

second sight

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5

Montag, 12. April 2004, 10:52

Thomas:Welche Szene meinst du genau? Wissen will!
Gruß Evil

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Evil« (14. April 2004, 13:25)


6

Montag, 12. April 2004, 12:26

Zitat

Original von Evil
Thomas: lleche Szene meinst du genau? Wissen will!
Gruß Evil


@evil: die szene aus grünspatzens "spoiler", weiter oben :DD

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Luke Danes« (12. April 2004, 13:52)


7

Montag, 12. April 2004, 15:11

RE: Gabriel Burns 04 - Angst aus Eis

Effekte sind vorhanden, kann ich bestätigen :D
Und diese sind auch wirklich gut.
Sprecher hat das Hörspiel auch. Und die sind allesamt recht überzeugend.

Aber "Atmosphäre"?
Ich muß ja gestehen, daß ich mich stark gegen das Einschlafen wehren mußte. Ich bin kein Fan von Hörspielen, bei denen auf jeden Satz erst mal eine mindestens ebensolange Pause folgt.
Spannung kam irgendwie bei mir überhaupt nicht auf. Eher Frust :spot:

Und "Story"?
Na ja - es wird was erzählt. Was man von dieser Story zu halten hat, sei mal dahingestellt - dazu hat sicherlich jeder eine andere Meinung. Schade nur, daß man wieder "vergessen" hat, die eine oder andere Frage zu beantworten ... ich weiß, ich weiß, Mystery, da darf man keine Antworten verlangen; als Konsument hat man gefälligst dumm zu sterben, das ist so gewollt :harhar:
Einer der seltsamsten Punkte in diesem Hörspiel ist jedoch die Reaktion der Charaktere auf bestimmte Situationen. Ich weiß beim besten Willen nicht, was sich einzelne Charaktere bei der einen oder anderen Sache gedacht haben. Irgendwie glaube ich sogar, daß der Steven Burns der ersten und zweiten Folge sich in solchen Situationen vollkommen anders verhalten hätte als der Steven Burns, den ich soeben in der vierten Folge erleben durfte.
Außerdem gibt es einige Szenen in diesem Hörspiel, aus denen ich nicht so recht schlau werde(n soll). Es gibt Momente, in denen überhaupt nicht klar wird, was eigentlich genau geschieht.

Mein Fazit:
Gabriel Burns ist weiterhin Geschmackssache. Meinen trifft die Serie leider immer noch nicht :{

Gruß
Skywise
Radio Liederlicht
Liedermacher & Co.


Kollegin: "Es zeugt von Ignoranz, von der Gehaltsgruppe auf den IQ eines Menschen zu schließen. Erstens gibt's echt genug hirntote Personen, die man nur mit besseren Bezügen weg befördert hat, damit sie an ihrer alten Wirkungsstätte nicht weiter stören. Und zweitens hab' ich meine TVöD 6 nicht meiner Intelligenz zu verdanken. Ich bin nicht blöd! Ich war nur faul!"

Jaxx

Nur der HSV

Beiträge: 539

Wohnort: Nordstaat

Beruf: Selbstständig

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8

Dienstag, 13. April 2004, 09:05

Meine Rezi

Länge: 01:02:00"
Buch: Raimon Werber, Volker Sassenberg
Produzent: Volker Sassenberg
Regie: Volker Sassenberg
Technik: Erik Anker
Musik: Manuel Rösler, Matthias Günther, Volker Sassenberg
Coverdesign: Ingo Masjoshusmann, Marion Mühlberg



Inhalt:
Menschliche Konturen zeichneten sich unter dem grauen Laken ab. Der Isländer hob das Tuch. Das Gesicht des Toten spiegelte namenloses Entsetzen wieder. Der Gletscher lag da wie ein gewaltiges Urtier. Eine Zeitlang konnte man sich einreden, es sei der Wind, der über die eisigen Flächen streicht. Es knirschte und brodelte, wenn sich die Eismassen millimeterweise talwärts schoben. Es donnerte, wenn seine Flanken aufbrachen. Jetzt ... nach dreißig Jahren gab der Gletscher sein düsteres Geheimnis frei. Es näherte sich von Nordwesten.



Kritik:
Dieses Mal müssen Steven Burns und sein Freund Larry Newman nach Reykjavik. Dort liegt ein mächtiger Gletscher, dessen Inhalt lieber nicht ans Tageslicht kommen sollte. Ein weiterer Fall für das Team Steven & Larry in Reykjavik und Mr. Bakerman und Joyce Kramer in Vancover...


Die Geschichte ist, wie die ersten drei Gabriel Burns auch, nicht wirklich abgeschlossen und gibt auch keine Auskunft über den Verbleib von Stevens Bruder. Doch warum auch? Somit bleibt eine Spannung erhalten, wie ich sie seit längerer Zeit nicht mehr erlebt habe, was Hörspiele anbelangt. Hinzu kommt, dass diese Spannung mit einer fantastischen, düsteren Atmosphäre geschwängert wird, die oskarverdächtig ist.

Die Sprecher glänzen und zeigen sich von ihrer „besten Seite“. Erzähler Jürgen Kluckert zieht mit einem geheimnisvoll klingenden Brummton durch die Story, Steven Burns (gesprochen von Bernd Vollbrecht) kauft man den „verletzbaren“ Helden, welcher eingentlich nur auf der Suche nach seinem Bruder ist, ab. Ernst Meincke spricht den geheimnisvollen Mr. Bakerman einfach genial und es tut verdammt weh, wenn der Hörer mit Joyce Kramer (Bianca Krahl) aus dem dritten Stock einen Hochhauses springt (geniale Szene). Zu den „üblichen“ Protagonisten gesellen sich zwei weitere Sprecher: Christian Rode und Dennis Schmidt-Foss! Die beiden machen ihren Job mehr als gut. Rode scheint aus einem Dornröschenschlaf erwacht zu sein. Er ist wieder in zahlreichen Produktionen zu hören – hier darf er nicht fehlen. Schmidt-Foss kann hier zeigen, dass er nicht nur Helden á la Jan Tenner „spielen“ kann sondern auch das „Zeug“ für weitaus mehr besitzt.

Musik und Effekte sind nahezu eine Referenzklasse. Egal ob Schneegestöber, Schußwechsel oder die gedämmten Autogeräusche, die von der Straße in den dritten Stock dringen, hier wurde an alles gedacht. Der Mix aus Musik und Geräusch verleiht dem Hörspiel die Kraft, den Hörer in einen Bann zu ziehen. Spitzenleistung!

Mir dem Cover kann ich leider nicht so gut leben. Das Bild wirkt auf mich unprofessionell und sagt nichts aus. Der Titel hingegen stimmt schon wieder – er läßt Spannung erwarten. Trotzdem finde ich das Konzept der Covergestalltung alles andere als gut. Zudem kommt, dass es Steven Burns heissen müsste – nicht Gabriel Burns (Innencover). Schreibfehler oder „Freudsche Fehlleistung"?

Fazit:
Mit dem vierten Teil der neuen Serie „Gabriel Burns“ drang ein weiterer Leckerbissen an mein Ohr. Die Tatsache, dass eine Auflösung der sich angesammelten Fragen wohl noch in weiter Ferne liegt, stört mich in keiner Weise, solange die geniale Atmosphäre in kommenden Folgen beibehalten wird.