Heute im Sortiment:
Leben und Entwicklung der südamerikanischen Indianervölker, die Sonnengöttin auf ihrem Weg durch eine japanische Großstadt, das Skelett eines Mordopfers in Island, ein koreanischer Künstler in den USA und die zeitphilosophischen Erkennisse von Bauerntochter Ottilie
Liebst Du mich?
Autor(en): Jürgen Geers (BRD 1947)
Produktion: HR 2005
Regie: Jürgen Geers
Komposition: Carl Stone
5. Teil: Alles zu spät
Inhaltsangabe: Fünf Liebespaare - fünf Konflikte. Anlässe gibt es genug: Da wäre das neu erstandene Designersofa, das die Gattin begeistert dem Gatten präsentiert - ein Schnäppchen, wie sie sagt, auch wenn man für seine Benutzung eine Bedienungsanleitung braucht. Oder IHR Abendkleid für die Oper, dessen Anprobe mal wieder SEINE Geduld auf die Probe stellt. Aber auch die falsche Nuance einer Liebeserklärung kann die Paare in Jürgen Geers Kurzstücken aus der Fassung oder gar vor den Scheidungsrichter bringen. Zuvor aber wird noch alles versucht: geweint und gestritten, therapiert und Versöhnung versucht. Die Strategien sind in jedem Fall verschieden und dabei immer höchst amüsant.
Mit:
Helge Heynold, Monika Müller-Heusch, Hartmut Volle, Andrea Wolf
Gesamtlaufzeit: ~ 25 Minuten
Sendetermine: RBB Kultur - Freitag, 2. Februar 2007, 14:10 Uhr - Teil 5 von 5
Popol Vuh - Das Buch vom Ursprung der Maya
Autor(en): Götz Naleppa (BRD 1943)
Produktion: REM/DLR/RBB 2006
Regie: Götz Naleppa
Bearbeitung: Anja Gundelach
Komposition: Götz Naleppa / Jorge Reyes
Inhaltsangabe: Nach Pflanzen und Tieren wurden die ersten Menschen aus Lehm geschaffen. Doch sie waren zu weich und lösten sich auf. Die zweiten Menschen waren aus Holz. Doch sie vergaßen, ihre Schöpfer zu ehren und wurden wieder vernichtet. Die dritten Menschen entstanden ganz aus Mais, sie dankten ihren Schöpfern und gründeten Familien und Nationen... So erzählt das Popol Vuh, das einzigartige Schöpfungsbuch der Maya, das einem Missionar im 16. Jahrhundert in Maya-Sprache übergeben wurde, "damit die Kunde unseres Volkes überlebt". Götz Naleppa hat aus deutsch- und mayasprachigem Text, Urwaldsounds von Maya-Tempelstätten und Musik auf prähispanischen Instrumenten eine Klangkomposition geschaffen, in der das Grausame und Kosmisch-Komische der Schöpfung erfahrbar wird.
Mit:
Improvisation auf prähispanischen Instrumenten: Jorge Reyes
Maya-K'iché: Leticia Méndez Intzin
Maya-Tzeltal: Juan Chuno Lopez Intzin
Maya-Chol: Guadalupe Asunción Gutierrez
Deutsch: Martin Engler
Laufzeit: 49 Minuten
Sendetermine: DLR - Freitag, 2. Februar 2007, 00:05 Uhr (Ursendung)
Der Schrei
Autor(en): Gerhild Serro
Produktion: DRS 1966
Originalhörspiel dt. / Krimi
Regie: Hans Jedlitschka
Inhaltsangabe: Es ist mitten in der Nacht, als ein Mann und eine Frau aus dem Schlaf schrecken. Sie haben einen Schrei gehört, den Schrei einer Frau. Und dann entdecken sie Licht im Haus gegenüber und verdächtige Bewegungen. Für die Frau ist klar, da ist ein Mörder am Werk. Der Mann meint, nach einem Blick durchs Fernglas, der verdächtigen Gestalt schon einmal in der Strassenbahn begegnet zu sein. Lange liegen beide schlaflos und rätseln. Bis sich jemand an ihrer Wohnungstür zu schaffen macht.
Mit:
ein Mann: Robert Tessen
eine Frau: Beatrice Föhr-Waldeck
Polizist: Edwin Mächler
Laufzeit: 19 Minuten
Sendetermine: DRS 1 - Freitag, 2. Februar 2007, 20:00 Uhr
Kältezone
Autor(en): Arnaldur Indri ason (Island 1961)
Produktion: WDR 2007
Bearbeitung Literatur / Krimi
Regie: Martin Zylka
Bearbeitung: Claudia Kattanek
Übersetzung: Coletta Bürling
Inhaltsangabe: In einem See südlich von Reykjavík entdeckt eine Hydrologin ein männliches Skelett, festgebunden an einem alten russischen Abhörsender. Der Schädel hat ein Loch und liegt vermutlich schon seit vierzig Jahren dort. Kommissar Erlendur forscht nach der Herkunft des Abhörsenders und geht allen ungeklärten Vermisstenanzeigen nach. Der Sender, so stellt sich heraus, gehörte der früheren isländischen DDR-Vertretung. Die Spur führt zurück in die Zeit des Kalten Krieges, in das Leipzig der Nachkriegsjahre und in eine Liebesgeschichte zwischen einer ungarischen Studentin und einem Isländer.
Laufzeit: ~ 54 Minuten
Sendetermine: WDR 5 - Freitag, 2. Februar 2007, 20:05 Uhr (Ursendung)
shashlyk for paik
Autor(en): Ulrich Bassenge (BRD 1956)
Produktion: BR 2007
Regie: Ulrich Bassenge
Komposition: Ulrich Bassenge
Inhaltsangabe: Am 29. Januar 2006 starb in Miami, Florida, der große 'Gastarbeiter' (Eigeneinschätzung) Nam June Paik. Benannt nach der Installation 'Schallplatten-Schaschlik', widmet der Komponist Ulrich Bassenge dem Musik- und Medienkünstler Paik ein Erinnerungs-Schaschlik, montiert und prozessiert aus akustischen und anderen Zeugnissen, entbunden von jeder optischen Ebene. Das Paik-Paradoxon, wonach das beste Fernsehen kein Fernsehen sei, wird im Radio wörtlich genommen. Bei einem '24 Stunden-Happening' mit Joseph Beuys verkündete Paik: "Das Fernsehen hat uns ein Leben lang attackiert, jetzt schlagen wir zurück". Lebenslang blieb er so fasziniert wie abgestoßen vom Bildschirm, am schönsten realisiert in seiner Skulptur eines fernsehenden Buddhas. Solch bewusst herbeigeführter Zusammenprall des Trivialen und des Sakralen im 'plunderphonischen' Umgang mit der Welt der Hoch-kultur war eine seiner Methoden. Der 1932 in Seoul geborene Paik war ein wahrhaft globaler Künstler: Kindheit in Korea, Jugend in Japan, Studium in Deutschland, Dozenturen in USA und Deutschland. Seine Initiation in die asiatische Philosophie erfuhr der damals bekennende Anhänger und Interpret europäischer Klassik 1958 durch den amerikanischen Künstler John Cage. So begegnen sich in der Person Nam June Paik Ost und West in einzigartiger Weise. shashlyk for paik begibt sich in riskanter Weise in Ursprungskultur und Denkungsart des Künstlers.
Laufzeit: ~ 45 Minuten
Sendetermine: BR 2 - Freitag, 2. Februar 2007, 20:30 Uhr (Ursendung)
Zeit und Kartoffeln
Autor(en): Günter Eich (BRD 1907 - 1972)
Produktion: SWR 2006
Regie: Ulrich Lampen
Inhaltsangabe: Günter Eich schrieb sein letztes Hörspiel 1971 nach einer langen Pause seiner Hörspielarbeit in einem Baden-Badener Hotelzimmer für den SWF. Es steht im Zusammenhang mit seinem letzten Gedichtband "Nach Seumes Papieren".
Die Bauerntochter Ottilie studiert in der Stadt, aber die Erträge des elterlichen Hofes reichen kaum aus, ihr Studium zu finanzieren. Der Pächter des elterlichen Hofes, der sie auf Wunsch der Mutter besucht, um Kartoffeln zu bringen, heißt Eberhard Dieter Seume. Nicht zu verwechseln mit Johann Gottfried Seume, mit dem sich Ottilie nachts unterhält. Ottilie, korpulent, hat eine Abneigung gegen Kartoffeln, weil sie schwer machen und zur Erde zwingen. Ottilie bleibt lieber der Zeit auf der Spur, aber sie hat Mühe zu begreifen, dass man sich als Individuum genauso durch die Zeit bewegt wie jede andere Sache, z.B. ein Kartoffelsack. Wenn man das Licht allerdings als fünfte Dimension begreift, dann läuft die Zeit langsamer, so Ottilies Theorie.
Laufzeit: ~ 40 Minuten
Sendetermine: SWR 2 - Freitag, 2. Februar 2007, 22:03 Uhr (Ursendung)
Amaterasu in Shinjuku
Autor(en): Malte Jaspersen (BRD 1955)
Produktion: RBB/RB 2006
Regie: Malte Jaspersen
Shinjuku: Wolkenkratzer und baufällige Holzhäuser, Glücksspielhallen und Shinto-Schreine, Love-Hotels und Prozessionen - nirgendwo prallen Moderne und Archaik so extrem aufeinander wie in diesem Stadtteil Tokyos. An diesen Ort der denkbaren Gegensätze hat sich Amaterasu verirrt - die Sonnengöttin, die Urmutter Japans ist aus der Zeit gefallen und eilt durch ein Land, das ihres und doch schon lange nicht mehr ihres ist. Begleitet wird ihr Weg durch den schillernden, kaleidoskopischen Klangraum Shinjukus von zwei DJs der Radiostation FM Shinjuku, die jeden ihrer Schritte kommentieren, als wäre sie ein Popstar. Und in diesen Widerhall der modernen Zivilisation hinein fügen sich Textfragmente aus dem Kojiki - dem japanischen Schöpfungsmythos -, die vom Anfang aller Dinge erzählen.
Ein Sound/Musik-Projekt des deutschen Radiomachers Malte Jaspersen mit der japanischen Vocalistin Haco und dem amerikanischen Komponisten Carl Stone.
Mit:
Erzähler: Matthias Habich
Amaterasu: Elisabeth Trissenaar
Izanami: Linda Olsansky
Izanagi: Martin Engler
Yuka Hagi: Yurie
Jason: Colin Bass
Japanische Stimme: William Kotaro Tokushisa
Laufzeit: 55 Minuten
Sendetermine: RBB Kultur - Freitag, 2. Februar 2007, 22:04 Uhr (Ursendung)
Entweder bin ich irr oder die Welt
Autor(en): Einar Schleef (BRD 1944 - 2001)
Produktion: SWR/WDR 2006
Bearbeitung Literatur
Regie: Ulrich Lampen
Bearbeitung: Matthias Baxmann
Preise / Auszeichnungen: ARD Online-Award
Inhaltsangabe: "Das große Bild brennt am Förderturm, dann stürzt es runter. Ich renne nach Hause, die Panzer stehen vor der Tür." Es ist der 17. Juni 1953, DDR. Einar Schleef war damals neun Jahre alt: "Mittag. Beide schweigen. Vater duckt sich, Mutter löffelt. Wir sehen uns in die Augen. Er sieht weg." Die Existenz des dritten und letzten Hauptwerkes von Einar Schleef ist dessen Mutter zu verdanken. Sie vergrub die frühen Tagebuchaufzeichnungen des Sohnes im Kohlekeller, nachdem er die DDR 1976 verlassen hatte. Die Kohlen ließ die Stasi unberührt und so überlebten die Aufzeichnungen der 50er und 60er Jahre. Schleef hat sie bis zu seinem Tod fortgeführt, umgeschrieben und kommentiert. Zur Veröffentlichung kam es erst 2004, drei Jahre nach Schleefs Tod. Das Hörspiel verdichtet Teile des Tagebuchs zu einem zeitgeschichtlichen Dokument und vermittelt einen Eindruck von Einar Schleefs Kampf ums körperliche und seelische Überleben.
Mit:
Mann: Sylvester Groth
Mutter: Angelica Domröse
Laufzeit: 74 Minuten
Sendetermine: RB NWR - Freitag, 2. Februar 2007, 22:05 Uhr
[Quelle:
www.hoerdat.de]