Heute im Sortiment:
Frustrierte Philosophen, eine gruselige Geisterkutsche, ein sprachloser "Sturm" und die Krönung eines Helden
Archipelago Prospero
Autor(en): Arsenije Jovanovic (Jugoslawien 1932)
Produktion: REM/DLR/BRT 2006
Originalhörspiel, int. / Audio Art
Regie: Arsenije Jovanovic
Komposition: Arsenije Jovanovic
Inhaltsangabe: Die Komposition bezieht sich auf Shakespeares "Sturm" - aber nicht auf Text und Story, sondern auf die Regieanweisungen, welche Musik und Klang zitieren, und vor allem auf die zahlreichen Stellen, an denen die Personen Klänge beschreiben, die sie hören "aus der Luft - von Irgendwo".
Jovanovic betrachtet diese Angaben und Textstellen Shakespeares als Partitur für eine unabhängige Komposition und macht die bei Shakespeare unhörbaren Klänge auf seinem Klang-Archipel des Magiers Prospero für uns hörbar.
Laufzeit: 42 Minuten
Sendetermine: DLR - Freitag, 5. Januar 2007, 00:05 Uhr (Ursendung)
Kurz und gut (RBB-Hörspielwettbewerb) 4:
Der Radiokompressor
Autor(en): Joachim Rohloff
Produktion: EIG 2004
Originalhörspiel, dt. / Amateurhörspiel
Inhaltsangabe: Auch die sachlich-nüchternen Verkehrsmeldungen bergen Poesie in sich. Dies zeigt sich, wenn man sie verdichtet. Dann kann auch ein seelenloser Kompressor Humor entwickeln.
Laufzeit: ~ 5 Minuten
Sendetermine: RBB Kultur - Freitag, 5. Januar 2007, 14:10 Uhr
Die Serapions-Brüder
Autor(en): E. T. A. Hoffmann (Deutschland 1776 - 1822)
Produktion: BR 2006
Bearbeitung, Literatur / Märchen/Fantasy
Regie: Klaus Buhlert
Bearbeitung: Klaus Buhlert
Komposition: Klaus Buhlert
10. Teil: Signor Formica
11. Teil: Signor Formica - Fortsetzung
Preise / Auszeichnungen: Hörspiel des Monats
Inhaltsangabe: Ein wahnsinniger Einsiedler, der im Wald lebt und sich für den Märtyrer Serapion hält, wird zum Namensgeber für ein literarisches Quartett der Fantasten: Zunächst sind es vier, später sechs Freunde, die sich als Serapions-Brüder bei abendlichen Treffen in einer Berliner Stadtwohnung ihre selbst verfassten Erzählungen und Märchen vorlesen. E.T.A. Hoffmann wählte diese Rahmenhandlung für eine Sammlung von Texten, die er zwischen 1814 und 1821 schrieb und unter dem Titel 'Die Serapions-Brüder' veröffentlichte. Für die Hörspielfassung, produziert vom Bayerischen Rundfunk, wurden 12 der insgesamt 27 Erzählungen akustisch umgesetzt. Dazu gehören so berühmte Novellen wie Rat Krespel, Die Automate oder Das Fräulein von Scuderi, aber auch kürzere, weniger bekannte Geschichten.
Die Rahmenhandlung von den Serapions-Brüdern nutzte Hoffmann für ebenso tiefgehende wie ironische Reflexionen über die Dichtkunst. So ist die 'Regel des Serapion', auf die sich die Freunde einigen, ein Spiegel seiner eigenen dichterischen Vorgehensweise: "Jeder prüfe wohl, ob er auch wirklich das geschaut, was er zu verkünden unternommen, ehe er es wagt, laut damit zu werden." Weil die Serapions-Brüder ihre eigenen Erfindungen lebendig vor Augen sehen, verliert sich in ihren Erzählungen die Unterscheidung zwischen Fantasie und Alltag, zwischen dem Vertrauten und dem Unheimlichen - ein Automat, der Fragen nach der Zukunft beantwortet, tritt ebenso auf wie eine Frau, die sich für ein Gespenst hält, ein Nussknacker, der gegen den Mausekönig kämpft, der Teufel selbst, verruchte Mörder, zweifelhafte Ärzte oder eine Königsbraut.
Hörspiel des Monats Dezember 2006 - Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:
"Jede Bewegung erzeugt ihre Gegenbewegung. So ist es nur folgerichtig, wenn nach den großen Fantasy-Projekten der ARD-Hörspielredaktionen der Vater des Gruselgenres, E.T.A. Hoffmann, mit einer aufwendigen Produktion seiner märchenhaften 'Serapions-Brüder' bedacht wird. Dieses literarische Sextett vermag auch in Zeiten der medialen Reizüberflutung und Special Effects uns mit dem so einfachen wie nachhaltigen Mittel einer Erzählstimme das Fürchten zu lehren. Tatsächlich ist es noch gar nicht lange her, daß man vor Beklemmung Hoffmanns Erzählungen auf den Nachttisch zurücklegen mußte oder zwecks Provozierung von Gänsehaut seinem Liebsten die wundersamen Begebenheiten aus dem Reich der Phantasie mit der Hand abschrieb. Es ist nicht verwunderlich, daß zwei der wichtigsten Werke der Operngeschichte ihr Sujet aus den 'Serapions-Brüdern' beziehen: 'Hoffmanns Erzählungen' von Jacques Offenbach nach 'Die Automaten' und 'Cardillac' von Paul Hindemith nach 'Das Fräulein von Scuderi.' Erstklassig besetzt und mit durchdachten musikalischen Miniaturen des Regisseurs und Komponisten Klaus Buhlert akustisch in Szene gesetzt, ist diese monolithische Produktion ein Beweis dafür, daß, da uns nach immer neuen Geschichten dürstet, die alten zyklisch wiederkehren und einen krankenkassenentlastenden Beitrag zur Therapie unserer Ängste und Neurosen durch gute Literatur leisten."
Mit:
Herbert Fritsch, Felix von Manteuffel, Bernhard Schütz, Stefan Wilkening, Werner Wölbern, Manfred Zapatka
Gesamtlaufzeit: ~ 720 Minuten
Sendetermine: BR 2 - Freitag, 5. Januar 2007, 14:55 Uhr - Teil 10 von 12
BR 2 - Freitag, 5. Januar 2007, 20:30 Uhr - Teil 11 von 12 (Ursendung)
De starch Wanja und sini Abentüür
Autor(en): Otfried Preußler (BRD 1923)
Produktion: DRS 1995
Bearbeitung, Literatur / Kinderhörspiel
Regie: Barbara Schlumpf
Bearbeitung: Rosalina Zweifel
Komposition: Emil Moser
Übersetzung: Rosalina Zweifel
Sprache: Dialekt
Inhaltsangabe: Wanja ist der jüngste von drei Söhnen eines russischen Bauern. Er ist ein Träumer und Faulpelz. Ein alter blinder Mann prophezeit ihm, dass er einmal Zar von Russland werde. Er müsse jedoch 7 Jahre lang auf dem Ofen liegen, nicht reden und nur Sonnenblumenkerne essen. Wanja macht das, und nach 7 Jahren wird er nach vielen gefährlichen Abenteuern tatsächlich Zar von Russland.
Mit:
Ueli Jäggi, Hanspeter Müller-Drossaart, Ruth Bannwart, Heinz Bühlmann, Martin Hug, Tino Arnold, Paul Felix Binz, Gilles Tschudi, u.a.
Sendetermine: DRS 1 - Freitag, 5. Januar 2007, 19:30 Uhr - Teil 5 von 5
Der Zank um den Knochen
Autor(en): Dorothy Leigh Sayers (Großbritannien 1893 - 1957)
Produktion: MDR/SWR/SFB-ORB 2002
Bearbeitung, Literatur / Krimi
Regie: Klaus Zippel
Bearbeitung: Ulrich Griebel
Komposition: Michael Hinze
Inhaltsangabe: In dem abgelegenen Dorf Little Doddering ist einem Mann die legendäre Todeskutsche begegnet: zur Mitternacht raste sie geräuschlos vorbei, gespenstisch weiß leuchtend, Kutscher und Pferde ohne Köpfe. Aberglaube, Halluzinationen eines Angetrunkenen, entscheidet Lord Peter Wimsey, der sich besuchsweise im Ort aufhält. Da hat er in der folgenden Nacht an derselben Stelle dieselbe Erscheinung, und aus der Kirche ist die Leiche des reichen Gutsbesitzers Burdock verschwunden. Nun ist es Wimsey zuviel mit dem Spuk: Aufklärung ist nötig. Sie gelingt ihm in gewohnt spannender und überzeugender Weise.
Mit:
Erzählerin: Dagmar von Thomas
Lord Peter Wimsey: Peter Fricke
Mr. Frobisher- Pym: Horst Hiemer
Mrs. Frobisher Pym: Marie Anne Fliegel
Mr. Plunkett: Carl Heinz Choynski
Mr. Lumsden: Rolf Becker
Polizist: Günter Schoßböck
Hancock, Priester: Peter Groeger
Hubbart, Gastwirt: Wolfgang Winkler
Haviland Burdock: Martin Olbertz
Mrs. Winnie Burdock: Ellen Hellwig
Mr. Mortimer: Klaus Manchen
Martin Burdock: Horst Lebinsky
Diana Burdock: Daniela Voß
Stallbursche: Patrick Imhof
Laufzeit: 54 Minuten
Sendetermine: DRS 1 - Freitag, 5. Januar 2007, 20:00 Uhr (gekürzt)
Das vierte Opfer
Autor(en): Håkan Nesser (Schweden 1950)
Produktion: DLR 2001
Bearbeitung, Literatur / Krimi
Regie: Rainer Clute
Bearbeitung: Christian Gailus
Übersetzung: Christel Hildebrandt
Inhaltsangabe: Der ruhige schwedische Küstenort Kaalbringen ist von einer schrecklichen Mordserie betroffen. Drei Männer aus ganz unterschiedlichem sozialen Milieu sind die Opfer: ein ehemaliger Häftling, ein Immobilienmakler und ein junger Arzt. Welches Motiv hat der Mörder? Der Ort ist wie ausgestorben. Cafés und Straßen sind leer. Wann wird der Mörder wieder zuschlagen? Wer wird sein nächstes Opfer sein?
Hauptkommissar Bausen holt sich den erfahrenen Kommissar Van Veeteren zu Hilfe. Aber auch der kommt zu keinen hilfreichen Ergebnissen. Dann verschwindet die Inspektorin Beate Moerk - genau zu dem Zeitpunkt, als sie eine interessante Entdeckung macht. Ist sie das vierte Opfer? Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.
Mit:
Bausen: Rolf Hoppe
Van Veeteren: Cornelius Obonya
Beate Moerk: Petra Hartung
Münster: Tilmar Kuhn
Kropke: Simon Boer
Dr. Mandrijn: Jens Wachholz
Schalke: Jürgen Elbers
Rühme: Joachim Tomaschewsky
Podworsky: Achim Grubel
Peerhovens: Bernd Ludwig
Borkmann: Hans Teuscher
Erzählerin: Corinna Kirchhoff
Laufzeit: 55 Minuten
Sendetermine: WDR 5 - Freitag, 5. Januar 2007, 20:05 Uhr
Alles in Margarine - Der Schriftsteller und Emigrant Max Brusto
Autor(en): Herbert Kapfer (BRD 1954)
Produktion: BR 1996
Biographie
Regie: Bernhard Jugel
Inhaltsangabe: Ich fühle mich als Außenseiter, in Polen geboren, in Deutschland zur Schule gegangen, französischer Staatsbürger, also wer soll sich um mich kümmern." So skizziert Max Brusto seine Position. Sein tatsächlicher Name ist Motek Brustowiecki. Er wird 1906 in Kolno im heutigen Polen geboren, 1914 mit seiner jüdischen Familie nach Deutschland deportiert. Autodidaktisch schult er sich an Egon Erwin Kisch, beginnt zu schreiben, arbeitet bis 1933 in Hamburg als Journalist, unter anderem als Mitarbeiter einer Rundfunkzeitschrift. Sein erster Roman mit dem Titel 'Alles in Margarine' soll im Berliner Malik-Verlag erscheinen. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten kann dieser Roman jedoch nicht mehr veröffentlicht werden. Max Brusto emigriert nach Frankreich und von dort aus 1942 in die Schweiz, wo er zeitweise in Lagern interniert wird. Nach Kriegsende kehrt Brusto nach Frankreich zurück. Mehrere Romane, Prosabände und autobiographische Texte publiziert er, u.a. 'Drei Franzosen' (1945), 'Im Schweizer Rettungsbod' (1967), 'Ein Kellner namens Aristide' (1977) sowie 'Visum oder Tod' (1982).
Die Sendung 'Alles in Margarine' dokumentiert die Lebensgeschichte von Max Brusto. Die Aufnahmen für dieses Porträt entstanden bei einem langen Gespräch im Herbst 1995 in Paris. Max Brusto verstarb 1998.
Laufzeit: 55 Minuten
Sendetermine: BR 2 - Freitag, 5. Januar 2007, 21:30 Uhr
Ein Traum am Edsin-Gol
Autor(en): Günter Eich (BRD 1907 - 1972)
Produktion: SDR 1950
Regie: Oskar Nitschke
Inhaltsangabe: 1932 erschien im letzten Jahrgang der Dresdener Zeitschrift "Die Kolonne", mit deren Kreis Eich die moderne Naturlyrik begründete, sein erster Hörspieltext. Bei der MIRAG Leipzig zur Sendung angekündigt, wird das Hörspiel jedoch inmitten des Umbruchs von 1933 vom Spielplan genommen. Erst 1950 wurde er mit einer von Eich selbst gesprochenen Einleitung vom SDR Stuttgart in der Reihe "Pioniere des Hörspiels" zur Ursendung gebracht. Eichs wichtigstes frühes Hörspiel, der Monolog eines andere Stimmen imaginierenden Forschungsreisenden am Rande der Wüste Gobi, basiert auf der rundfunkeigenen "Fähigkeit, Unwirkliches eindringlich darzustellen, Gedanken und Träume unmittelbar wirksam werden zu lassen".
Mit:
Hans Caninenberg, Harald Baender, Fred Göbel, Hans Lindegg, Maria Wiecke
Laufzeit: 25 Minuten
Sendetermine: SWR 2 - Freitag, 5. Januar 2007, 22:03 Uhr
Im Schlitten Arthur Schopenhauers
Autor(en): Yasmina Reza (Frankreich 1957)
Produktion: RBB 2006
Bearbeitung, Theater
Regie: Ulrich Gerhardt
Übersetzung: Frank Heibert / Hinrich Schmidt-Henkel
Inhaltsangabe: Sie sind hochgebildet und tiefbetrübt. Im mittleren Lebensalter angekommen, das die Todesgewißheit nicht mehr ignorieren kann, ergehen sie sich in ebenso banalen wie brillanten Redeschwällen, um ihre Midlife-Crisis zu beschreiben: "Ich sitze in einem Schlitten, der in den Tod fährt, im Schlitten meines Freundes Arthur Schopenhauers"
Ariel Chipman, der Philosoph, hat sich von seinem früheren Ideal Spinoza abgewandt und ist zum depressiven Schopenhauer Jünger geworden. Nadine Chipman, selbst gepeinigt von den Schrecken des nahen Alters, ist von der Leidensattitüde ihres Mannes aufs äußerste genervt. Serge Othon Weil, Ariels früherer Kollege, predigt vollmundig einen Optimismus, den er "überwundenen Pessimismus" nennt und glaubt statt an Lebenssinn lieber an wachsende Märkte. Und selbst die Psychiaterin, von der doch Zuspruch zu erwarten wäre, verliert sich beim Anblick einer alten Frau, die ihr auf dem Trottoir den Weg versperrt, in eigenen Ängsten und Aggressionen.
Vier Menschen, vier sich kreuzende Reden. Sehr traurig, sehr komisch. Vier Menschen hätten einander viel zu sagen und reden aneinander vorbei.
Mit:
Nadine Chipman: Leslie Malton
Ariel Chipman: Josef Ostendorf
Serge Othon Weil: Wolfgang Michael
Psychaterin: Corinna Kirchhoff
Zwischentexte: Nathalie Singer
Laufzeit: 55 Minuten
Sendetermine: RBB Kultur - Freitag, 5. Januar 2007, 22:04 Uhr (Ursendung)
[Quelle:
www.hoerdat.de]