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Durchgeschüttelte Märchen, zerrüttete Beziehungen, verrückte Reisen, unglückliche Menschen, übermütige Verkäufe und tückische Behinderungen
Das Spiel vom Kaspar, der Königin Tausendschön und der noch tausendmal schöneren Prinzessin Schneewittchen
Autor(en): Franz Fühmann (DDR 1922 - 1984)
Produktion: DDR 1989
Bearbeitung, Theater / Kinderhörspiel
Regie: Norbert Speer
Bearbeitung: Norbert Speer
Komposition: Reiner Bredemeyer
Inhaltsangabe: Es geht um die bekannte Geschichte vom Schneewittchen, doch durch das Eingreifen des Kaspars und seiner Frau Grete wird dieses Märchen auf den Boden der Realität gestellt. Prinzessin Tausendschön wünscht sich ein Kind: tausendmal schöner als sie, und dann muss sie mit der Eigenwilligkeit dieser Tochter leben. Als alle Emanzipationsversuche der Mutter scheitern und diese vor Ärger platzt, tritt Schneewittchen an ihre Stelle. Der Kaspar und Grete haben den Lauf der Geschichte längst durchschaut, es beginnt alles wieder von vorn...
(Ab 8 Jahren)
Mit:
Kaspar: Hermann Beyer
Schneewittchen: Catherine Stoyan
Königin: Karin Gregorek
Jäger: Klaus Piontek
Grete: Margit Bendokat
Spiegel: Walter Lendrich
Peter Dommisch, Ulrich Voß, Wolfgang Brunecker, Joachim Kaps, Lutz Stückrath, Horst Torka, Willy Scholz, u.a.
Laufzeit: 49 Minuten
Sendetermine: MDR Figaro - Sonntag, 21. Januar 2007, 08:05 Uhr
Die Feuerprinzessin
Autor(en): Annelies Schulz (DDR 1934)
Produktion: FU 1990
Originalhörspiel, dt. / Kinderhörspiel
Regie: Manfred Täubert
Komposition: Reiner Bredemeyer
Inhaltsangabe: Die kleine Feuerprinzessin hat sich die schwierigste Aufgabe der Welt vorgenommen: Sie will ein marmornes Herz erwärmen. Sie gibt all ihre Wärme dem Marmorprinzen und gerät dabei in große Gefahr; es droht ihr, Feuer und Leben zu verlieren. Aber die Liebe ist bekanntlich die einzige Macht, die Wunder vollbringt, und so wird aus dem Marmorprinzen und der Feuerprinzessin doch noch ein Paar.
(ab 6 Jahren)
Mit:
Feuerprinzessin: Daniela Hoffmann
Marmorprinz: Dietmar Durand
Marmorkönigin: Barbara Dittus
Regenbogenkönig: Hansjürgen Hürrig
Schatzminister: Michael Gerber
Radauminister: Michael Lucke
Fledermauskönigin: Jutta Wachowiak
Regina Nitzsche, Astrid Meyerfeldt, Ruth Glöss, Andreas Schneider, Andrej Hoffmann
Mundharmonika: Bernd Kleinow
Laufzeit: 44 Minuten
Sendetermine: DLR - Sonntag, 21. Januar 2007, 13:30 Uhr
Der Burespiegel
Autor(en): Jeremias Gotthelf (Schweiz 1797 - 1854)
Produktion: DRS 1962
Bearbeitung, Literatur
Regie: Robert Egger
Bearbeitung: Hans Rudolf Hubler
Übersetzung: Hans Rudolf Hubler
Sprache: Dialekt
Inhaltsangabe: Nachdem Albert Bitzius (1797-1854) in ein und demselben Jahr erst seine Mutter und dann seinen Bruder Fritz verloren hatte, 1836 war das, begann er sein schriftstellerisches Wirken und schrieb seinen ersten Roman mit dem Titel «Der Bauernspiegel oder Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf, von ihm selbst beschrieben». Darin entwirft er ein Gegenbild zum romantisierenden Bauernbild des Biedermeier und prangert Missstände (korrupte Gemeindebeamte, Verdingwesen, Schulsystem) deutlich an. Durch den Titel gibt sich der Text als Autobiographie aus, ist aber fiktiv und kann wohl am ehesten dem Genre des Entwicklungsromans zugeordnet werden. Bitzius war sehr um das Schulwesen und die Erziehung besorgt, er wurde deshalb sogar einmal strafversetzt. Von seinem Hauptdarsteller übernahm er den Namen als sein Pseudonym und nannte sich fortan Jeremias Gotthelf.
Mit:
Jeremias: Ernst Flückiger
Präsident: Paul Hofmann
Wirtin: Elisabeth Oppliger
Grossvater: Hans Gfeller
Grossmutter: Gertrud Demenga-Schwarz
Benz: Oskar Bachmann
Mutter: Eva Minder-Wilker
u.a.
Sendetermine: DRS 1 MW - Sonntag, 21. Januar 2007, 14:00 Uhr - Teil 3 von 12
Johnny Hübner greift ein
Autor(en): Hartmut El Kurdi (BRD 1964)
Produktion: DLR 2006
Originalhörspiel, dt. / Kinderhörspiel
Inhaltsangabe: Wenn jemand ein Buch liest und es ist so spannend, dass er direkt in die Geschichte hineinrutscht, dann kann das gefährlich werden. Und es gibt nur einen, der helfen kann: Johnny Hübner und sein mobiles Einsatzkommando.
Soeben hat es Olga erwischt. Durch ein zerfleddertes Abenteuerbuch wird sie geradewegs auf ein Piratenschiff geschleudert. Kapitän Braunbart, der Schrecken aller Meere, hätte sie sofort über Bord geschmissen, wäre nicht eine zu kapernde Kogge aufgetaucht. Olga flüchtet in die Kombüse zum Smutje und der Ratte Jan-Pelz. Eine riskante Rettungsaktion holt Olga in letzter Minute zurück. Und schon muss Johnny Hübner weiter und eine Oma vom Marterpfahl befreien.
Laufzeit: ~ 45 Minuten
Sendetermine: NDR Info - Sonntag, 21. Januar 2007, 14:05 Uhr
Ich und Kaminski
Autor(en): Daniel Kehlmann (BRD 1975)
Produktion: WDR 2004
Regie: Thomas Leutzbach
Inhaltsangabe: Sebastian Zöllner, dessen geringe Sachkenntnis in krassem Gegensatz zu seiner Selbsteinschätzung steht, hat endlich einen großen Fisch an der Angel: Er wird die Biographie des fast vergessenen Malers Manuel Kaminski schreiben und damit gewiss internationale Reputation erlangen. Schließlich war Kaminski mit Matisse und Picasso befreundet, und noch heute erzählt man gern die Geschichte, wie Kaminski sich während einer Ausstellung in New York mit dunkler Brille vor einem seiner Bilder ablichten ließ und dieses Foto mit dem Zusatz "painted by a blind man" neben sein bis dahin wenig beachtetes Bild klebte. Über Nacht wurde er damit berühmt. Nun ist Eile geboten, wenn die Biographie pünktlich zum Ableben des Malers erscheinen soll.
Kaminski lebt, streng bewacht von Tochter und Haushälterin, in einer abgelegenen Villa in den Alpen und ist an einer weiteren Darstellung seines Lebens und Werkes wenig interessiert. Aber als "sein Freund und Biograph", wie sich Zöllner gern selbst nennt, Therese Lessing ins Spiel bringt, wird der alte Mann munter. Gemeinsam begeben sie sich auf die lange Reise zu Kaminskis Jugendliebe an die Nordsee - eine Reise in die Wirrungen von Lebenslüge und Wahrheit, Manipulation, Moral und Kunst.
Mit:
Anian Zollner, Rudolf Wessely, Sissy Höfferer, Peter Kaghanovitch, Michael Habeck, Doris Schade, u.a.
Laufzeit: 59 Minuten
Sendetermine: HR 2 - Sonntag, 21. Januar 2007, 14:05 Uhr
Verdammt lang tot
Autor(en): Martin Schüller (BRD 1960)
Produktion: WDR 2006
Originalhörspiel, dt. / Krimi
Regie: Frank Erich Hübner
Inhaltsangabe: In Lissabon wird der Ex-Kölner Jan Richter, Kneipier und Jazzfan, von Bob Keltner ausfindig gemacht, dem Kopf des legendären, längst nicht mehr existierenden Bob-Keltner-Sextetts. Keltner überredet Jan dazu, in Köln ein Bob-Keltner-Revival-Konzert zu organisieren. Als Mitproduzent gewinnt Jan den zwielichtigen Kölner Geldhai Falkenstein. Doch der Versuch, das Konzert auf die Beine zu stellen, führt ihn in einen Nebel von Widersprüchen, und er begibt sich auf die Suche nach einer Antwort. Als plötzlich im Rhein eine Tote gefunden wird, gerät Jan in einen Strudel von Verdächtigungen.
"Verdammt lang tot" schließt an Martin Schüllers ersten Jazzhörkrimi "Bird's Bird" an.
Mit:
Jan Richter: Dietmar Bär
Bob Keltner: Tyree Glenn jr.
Heiner Küfermann: Gerd Köster
Heidi Jung: Angelika Bartsch
Richard Jung: Heinrich Giskes
Carsten: Matthias Ponnier
Sandra Petalovich: Patrycia Ziolkowska
Olaf Kranz: Wolfgang Rüter
Ilja: Mark Zak
Oberkommissar Jürgens: Karlheinz Tafel
Hauptkommissar Schneider: Peter Nottmeier
Vera Petalovich: Manuela Alphons
Telefonauskunft / Gast 1: Angelika Pohlert-Klein
Jupp Falckenstein: Dirk Schortemeier
Kellner: Bernd Kranz
Laufzeit: 54 Minuten
Sendetermine: DLR - Sonntag, 21. Januar 2007, 15:05 Uhr
Der verkaufte Großvater
Autor(en): Anton Hamik (Österreich 1887 - 1943)
Produktion: BR 1955
Bearbeitung, Literatur
Regie: Willy Purucker
Bearbeitung: Willy Purucker
Komposition: Kurt Brüggemann
Inhaltsangabe: Was kostet ein Großvater? Anton Hamiks humorvolle und derbe Bauernkomödie wurde immer wieder auf der Bühne gespielt, als Hörspiel produziert und u.a. 1998 mit Toni Berger als Großvater verfilmt. Der Titelheld ist eben jener Großvater, mit dem sich ein schwunghafter Handel anzubahnen scheint, als bekannt wird, dass der Alte der geheime Besitzer zweier Häuser ist. Niemand weiß genau, ob das Gerücht auf Wahrheit beruht, und doch geraten Bauer Kreithofer und Bauer Haslinger in erbitterte Fehde um den Großvater. Er aber, das begehrte Streitobjekt, hält sich bedeckt und stiftet höchstens ab und an durch einige hingeworfene Bemerkungen noch mehr Verwirrung. Erst als jeder jeden betrogen zu haben meint und dabei doch selbst der Betrogene bleibt, bekennt der schlaue Großvater Farbe und treibt damit seinen Spaß und die Verwicklungen auf den Höhepunkt.
Mit:
Hans Rösner, Hans Baur, Wastl Witt, Erni Singerl, Hans Hunkele, Irene Kohl, Ruth Drexel, Paul Kürzinger
Laufzeit: 72 Minuten
Sendetermine: BR 2 - Sonntag, 21. Januar 2007, 15:15 Uhr
Im Dunkel der Wälder
Autor(en): Brigitte Aubert (Frankreich 1956)
Produktion: WDR 2000
Bearbeitung, Literatur
Regie: Thomas Leutzbach
Bearbeitung: Valerie Stiegele
1. Teil: Die stumme Zeugin
Inhaltsangabe: Elise Andrioli ist wohlhabend, hübsch und glücklich verlobt - bis zu jenem Tag, als ihr Verlobter bei einem Bombenattentat auf einer gemeinsamen Urlaubsreise ums Leben kommt. Sie selbst erwacht nach Monaten aus dem Koma, total gelähmt und erblindet und fortan auf fremde Hilfe angewiesen. Nur das Gehör ist ihr geblieben. Die siebenjährige Virginie, die sie eines Tages zufällig kennen lernt, erzählt ihr eine seltsame Geschichte. Von einer "Bestie" ist da die Rede, vom "Tod im Wald", von kleinen Kindern, die niemand retten kann - und tatsächlich geschieht kurz darauf ein Mord an einem Kind. Und dann noch einer. Und dann noch einer. Elise selbst wird bedroht , und erst spät wird ihr klar, dass die Anschläge mit ihrer eigenen Vergangenheit in Verbindung stehen.
Ein zweiteiliger Krimi voller Spannung und Unerbittlichkeit, von Valerie Stiegele durch akustische Kunstgriffe medial geglückt bearbeitet. Serienmord aus Frankreich, geschrieben von einer der bekanntesten Fernsehautorinnen unseres Nachbarlandes.
Mit:
Elise: Susanne Lothar
Yvette: Gisela Keiner
Virginie: Johanna Bergmann
Helene: Anna Magdalena Fitzi
Paul: Matthias Leja
Stephane: Roland Jankowsky
Jean: Reinhard Schulat
Catherine: Silke Natho
Raybaud: Lutz Schmidt
Jakob Poiesz, Gassin: Bruno Winzen
Yssart: Heinrich Schmieder
Krankenschwester: Gabriele Schulze
Gesamtlaufzeit: 108 Minuten
Sendetermine: WDR 5 - Sonntag, 21. Januar 2007, 17:05 Uhr - Teil 1 von 2
Die Mädchen aus Viterbo
Autor(en): Günter Eich (BRD 1907 - 1972)
Produktion: SWF/BR/RB 1953
Regie: Karl Peter Biltz
Inhaltsangabe: "Sehr stark beeindruckt" sei er von Günter Eichs Hörspieltext, so schrieb der damalige Dramaturg des SWF an den Autor, als er das Manuskript "Die Mädchen aus Viterbo" gelesen hatte. Er habe sich nur schwer vorstellen können, "dass Sie eine kontrapunktische Handlung zu dem Geschehen in den Katakomben finden werden." Kunst- und spannungsvoll ist Günter Eich die Verwebung zweier Handlungsstränge gelungen, von denen einer imaginiert wird. Ein Großvater hält sich mit seiner Enkelin seit Jahren im Berlin Hitlerdeutschlands versteckt. Sie müssen mit dem Schlimmsten rechnen, ihrer Entdeckung. Angeregt durch eine Zeitungsnotiz spielen die beiden im Kopf die Situation einer Schulgruppe durch, die sich in den römischen Katakomben verirrt hat und auf Entdeckung hofft. Was passiert innerhalb der Gruppe, die sich in Dunkelheit und Stille eingeschlossen findet und ausharren muss, ohne warme Kleidung, ohne Essen? Gibt es Hoffnung auf Rettung oder ist ihre Situation aussichtslos?
Mit:
Großvater: Kurt Ebbinghaus
Gabriele: Dagmar Altrichter
Frau Winter: Cläre Ruegg
Botari: Wolfgang Golisch
Angelika Botari: Otti Schütz
Geraldi: Jürgen Goslar
Emilio: Freddi Klaus
Antonia: Ingeborg Hawer
Lucia: Gudula Kownatzki
Lena: Gudrun Gewecke
Maria: Ruth Zimmermann
Bianca: Karin Mommsen
Margareta: Eva Martin
Klara: Ursel Monika Wirtner
Laufzeit: 70 Minuten
Sendetermine: SWR 2 - Sonntag, 21. Januar 2007, 18:20 Uhr
Simplicius Simplicissimus
Autor(en): Hans Jakob Christoffel v. Grimmelshausen (Deutschland 1621 - 1676)
Produktion: SFB/WDR 1984
Regie: Heinz Hostnig
Bearbeitung: Ludwig Harig
Komposition: espe
Inhaltsangabe: Erzählt wird die bekannte Geschichte des einfältigen Jungen, der im 30-jährigen Krieg vor plündernden Soldaten vom väterlichen Hof im Spessart flieht und bei einem Einsiedler Aufnahme findet, der ihn Simplicius tauft.
Harigs Hörspiel ist aber mehr als eine bloße Dramatisierung des Romans. Der Autor führte das Stück Kindern vor und montierte ihre Aussagen in das Hörspiel. So ist im Kontext der 1980er Jahre ein Lehrstück entstanden. Liedstrophen, von der Gruppe Espe gespielt und gesungen, verbinden Vergangenheit und Gegenwart.
Simplicius gelangt in seinem Narrenkleid nach Magdeburg und wird dort in den Dienst des Obristen gestellt. Der ungewöhnliche Junge erscheint jedoch bald verdächtig und wird eingesperrt. Dank der Kriegswirren entgeht er der Folter, zieht in den Krieg und wird als "Jäger von Soest" selbst zum plündernden Herrn...
Ludwig Harig verbindet Grimmelshausens Stoff geschickt mit neu geschriebenen Dialogen und Liedern sowie O-Tönen zu einem Hörspiel, das die bekannte Geschichte über das abenteuerliche Leben des Simplicius aktualisiert.
Mit:
Friedhelm Ptok, Hermann Ebeling, Peter Matic, Annelinde Gerstl, Klaus Nägelen, Joachim Kerzel, Friedrich W. Bauschulte, Arnold Marquis, Andreas Thiek, Wolfgang Völz, u.a.
Gesamtlaufzeit: 177 Minuten
Sendetermine: DLR - Sonntag, 21. Januar 2007, 18:30 Uhr - Teil 2 von 2
Vera spart Zeit
Autor(en): Rumjana Zacharieva (Bulgarien 1950)
Produktion: WDR 2007
Originalhörspiel, dt. / Kinderhörspiel
Regie: Moritz Alexander Berg
3. Teil: Vera geht zum Schneider
Inhaltsangabe: Vera freut sich. Ihre Mutter bekommt ein Baby. Bloß schon jetzt haben die Eltern keine Zeit! Zeit ist wertvoll. Mama und Papa sind arm, denn sie haben wenig Zeit. Und wenn das Baby da ist, wird die Zeit noch weniger. Vera ist entschlossen, den Eltern zu helfen. Sie geht zur Bank und möchte Zeit sparen. Im Restaurant bestellt sie eine Portion Zeit. Sie bittet den Schneider, ihr die Zeit zu verlängern. Und wenn die Zeit davon fliegt, will Vera ihr hinterher fliegen - mit einem Flugticket, das sie im Reisebüro kaufen möchte. Nach und nach fällt es sogar Veras Eltern auf, dass Vera tüchtig Zeit spart.
Gesamtlaufzeit: ~ 32 Minuten
Sendetermine: WDR 5 - Sonntag, 21. Januar 2007, 19:30 Uhr - Teil 3 von 4 (Ursendung)
Oberman
Autor(en): Etienne Pivert de Sénancour
Produktion: HR 2006
Bearbeitung, Literatur
Regie: Rainer Römer
Bearbeitung: Rainer Römer
Komposition: Rainer Römer
Übersetzung: Jürg Peter Walser
Preise / Auszeichnungen: Hörspiel des Monats
Inhaltsangabe: »'Oberman', 1804 erschienen, in Deutschland weitgehend unbekannt, gilt als eines der wichtigsten Werke der französischen Frühromantik und Nachrevolutions-Zeit. Diese 'Rêveries' Obermans in der Schweizer Hochgebirgswelt zeichnen die Fluchtbewegung des romantischen Gefühls. Dabei aber fällt die Erfahrung der Erhabenheit der Natur oder der Freiheit von gesellschaftlicher Bedrängnis ins Nichts zurück: Lebensverneinung oder - gleichmut anstatt euphorischer Lebensbejahung à la Rousseau. Der monodische Monolith Oberman gleicht dem leisen Summen eines Nachdenkenden. Es formt sich für mich im Spiel mit Gesang, Alphorn, Trompete, Klavier, Elektronik und modernen Stadtklängen zu einem Arrangement um das Alleinsein als aufrechte und unsentimentale Haltung.« (Rainer Römer)
Hörspiel des Monats März 2006, Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:
"Da ich von Musik nichts verstehe, habe ich vom bloß künstlichen oder komplizierten keinen Genuß", Rainer Römer, sonst Perkussionist des renommierten Klangkörpers Ensemble Modern und bereits mehrfach ausgezeichneter Hörspielautor/Komponist, hat sich diese zentrale Aussage des Protagonisten in Etienne Pivert de Sénancourts Roman "'Oberman',1804 erschienen und in Deutschland bisher weitgehend unbekannt geblieben, zum Programm seines gleichnamigen Hörspiels gemacht.
Tatsächlich schafft es Römer mit einer gelungen zurückgenommenen Kombination von Sprache und Musik die Textinhalte - Naturbetrachtungen, ästhetisches Denken, gesellschaftliche Bezüge - in klangliche Sphären zu überführen, ohne der Gefahr gänzlich subjektiver Verzückung freie Bahn zu lassen. Die Musik ist in diesem luftigen Konzept aus schwindelnder Höhe der eigentliche Dialogpartner des über das Gebirg' gehenden, hier den Alpen, Oberman. Und wie in jeder gleichberechtigten Beziehung, muß der Partner nicht jeder Regung seines Gegenübers folgen. So kann die geräusch-durchsetzte Musik einfach nur den Hintergrund klanglich aufrauen oder mit ihrem Gestus gänzlich in Kontrast zum Gesagten stehen. Am Text entlang, sich vom Text emanzipiert: könnte diese komposito-rische Haltung charakterisiert werden. Im gleichen Verhältnis steht das gesamte Hörspiel zur heute medial bestimmten Welt mit ihrem bis zur Neurose ausgewachsenen Kommunikationszwang und Vernetzungswahn, in dem das Medium selbst oft anstelle der Botschaft tritt: Ein fataler Irrtum.
So lehrt uns Römer wieder das Hören, nämlich auf die innere Stimme und das Gewissen.
Rainer Römer: "Diese 'Rêveries' Obermans in der Schweizer Hochgebirgswelt zeichnen die Flucht-bewegung des romantischen Gefühls. Dabei aber fällt die Erfahrung der Erhabenheit der Natur oder der Freiheit von gesellschaftlicher Bedrängnis ins Nichts zurück: Lebensverneinung oder -gleichmut anstatt euphorischer Lebensbejahung à la Rousseau. Der monodische Monolith Oberman gleicht dem leisen Summen eines Nachdenkenden. Es formt sich für mich im Spiel mit Gesang, Alphorn, Trompete, Klavier, Elektronik und modernen Stadtklängen zu einem Arrangement um das Alleinsein als aufrechte und unsentimentale Haltung."
Mit:
Stimme: Martin Reinke
Gesang: Sonja Kandels
Doppelalphorn / Trompete: Lutz Mandler
Piano: Ulrich Roman Murtfeld
Piano / Sampler: Rainer Römer
Laufzeit: 53 Minuten
Sendetermine: NDR Info - Sonntag, 21. Januar 2007, 21:05 Uhr
Der Verschwender
Autor(en): Ferdinand Raimund (Österreich 1790 - 1836)
Produktion: BR 1956
Bearbeitung, Theater
Regie: Karl Bogner
Bearbeitung: Karl Bogner
Komposition: Joseph Strobl
Inhaltsangabe: Ferdinand Raimunds letztes vollendetes Stück wurde zu einem seiner meistgespielten. Der reiche Edelmann Julius von Flottwell trifft sich mit seiner Geliebten, dem Bauernmädchen Minna, das in Wahrheit die in Menschengestalt auftretende Fee Cheristane ist. Auf die Erde gesandt, um würdigen Menschen Wohltaten zu erweisen, hatte sie sich in Julius verliebt und ihm zu seinem großen Reichtum verholfen. Nun muß sie ins Feenreich zurückkehren. Der verzweifelte Flottwell schenkt ihr zum Abschied auf ihre Bitte hin ein Jahr seines Lebens. Zwanzig Jahre später kehrt der inzwischen völlig mittellose Edelmann aus England zurück. Frau und Kind sind tot, das Vermögen ist verschwendet, das Schloß seiner Väter zur Ruine verfallen. Da verheißt die Fee Cheristane ihm ein Wiedersehen "in der Liebe grenzenlosem Reich".
Mit:
Gertrud Kückelmann, Anja Buczkowski, Anton Reimer, Kurt Meisel, Rudolf Rhomberg, Erwin Faber, Gustl Weishappel
Laufzeit: 90 Minuten
Sendetermine: HR 2 - Sonntag, 21. Januar 2007, 21:30 Uhr
Heimkehr
Autor(en): Jan Eik (Pseudonym für: Helmut Eikermann) (DDR 1940)
Produktion: FU 1991
Originalhörspiel, dt. / Krimi
Regie: Werner Grunow
Komposition: Hans Rempel
Inhaltsangabe: Ein Kriminalhörspiel aus den Junitagen 1990:
Bei der geselligen Feier eines Lehrerkollegiums anlässlich des "Tages des Lehrers" im Juni 1990 in einer Kreisstadt, taucht Jonas, ein ehemaliger Kollege, auf, der Ende der 70er Jahre wegen unerwünschter politischer Tätigkeit aus dem Schuldienst entlassen, verhaftet, verurteilt und später von der Bundesrepublik freigekauft worden war. Am Morgen nach der ungeplanten Wiedersehensfeier mit den ehemaligen Kollegen und Widersachern wird er im Stadtpark mit einer schweren Schädelverletzung aufgefunden, an der er wenig später verstirbt.
Die Aufklärung des Falls liefert ein Mosaik des moralischen Zustands der Beteiligten in der Endphase der DDR, unmittelbar vor der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion mit der BRD. Schließlich stellt sich der ehemalige Lehrer Graupner, der Jonas seinerzeit verteidigte und deshalb ebenfalls disziplinarische Konsequenzen erdulden musste, der Polizei, weil er Jonas nach einer verbalen Auseinandersetzung, aus Verbitterung über dessen moralische Wandlung, mit einer Sektflasche an den Kopf schlug, was der Geschlagene zunächst scheinbar unbeschadet verkraftet hatte.
Mit:
Oberkommissar Jarosch: Peter Reusse
Hermann: Reiner Heise
Oberkommissar Kirsch: Klaus Manchen
Ute Döring: Ruth Reinecke
Ärztin: Petra Hinze
Graupner: Hans-Peter Minetti
Jonas: Klaus-Peter Plessow
Marei: Gundula Köster
Schlutow: Dietrich Körner
Lämmerhirt: Helmut Schellhardt
Vasei: Dieter Wien
Instrumentalsolist (Klavier): Hans Rempel
Laufzeit: 45 Minuten
Sendetermine: MDR Figaro - Sonntag, 21. Januar 2007, 22:00 Uhr
[Quelle:
www.hoerdat.de]