Heute im Sortiment:
Kottans erster Fall, Chet Bakers trauriger Fall, ein blutiger Aufstand und ein blutiger Valentinstag
87. Polizeirevier 5:
Dead Man's Song
Autor(en): Ed McBain (Pseudonym für: Salvatore Lombino) (USA 1926 - 2005)
Produktion: HR 2006
Bearbeitung Literatur / Krimi
Regie: Ulrich Lampen
Bearbeitung: Gabriela Holzmann
Komposition: Sabine Worthmann
Übersetzung: Uwe Anton
Inhaltsangabe: In einer kleinen schäbigen Wohnung wird ein alter Mann tot aufgefunden. Die Lage des Toten allerdings läßt die Polizisten bezweifeln, daß es sich um einen natürlichen Tod handelt. Das aber behauptet Cynthia Keating, die Tochter des Toten. Laut Autopsiebericht ist Andrew Hale erstickt; zugleich ergibt die toxikologische Analyse seiner Haare, daß er Rohypnol intus hatte. Als Detective Steve Carella den kleinen Ganoven Danny Gimb, der ihn als Polizeispitzel mit Informationen aus der Szene versorgt, in einer Pizzeria befragt, wer seine Opfer mit Rohypnol betäubt, wird dieser erschossen. Offenbar ist ein professioneller Killer auf Andrew Hale angesetzt worden, aber es gibt kein Motiv. Was kann dieser arme Alte besessen haben, daß es sich lohnte, ihn zu ermorden? Ein Radiointerview mit dem Produzenten eines Musicals bringt ihn auf die richtige Spur.
Mit:
Rudolf Kowalski, Rainer Bock, Wotan Wilke Möhring, Sascha Icks, Felix von Manteuffel, Berthold Toetzke, Udo Schenk, u.a.
Laufzeit: 53 Minuten
Sendetermine: DLF - Samstag, 3. Februar 2007, 00:05 Uhr
Kältezone
Autor(en): Arnaldur Indridason (Island 1961)
Produktion: WDR 2007
Bearbeitung Literatur / Krimi
Regie: Martin Zylka
Bearbeitung: Claudia Kattanek
Übersetzung: Coletta Bürling
Inhaltsangabe: In einem See südlich von Reykjavík entdeckt eine Hydrologin ein männliches Skelett, festgebunden an einem alten russischen Abhörsender. Der Schädel hat ein Loch und liegt vermutlich schon seit vierzig Jahren dort. Kommissar Erlendur forscht nach der Herkunft des Abhörsenders und geht allen ungeklärten Vermisstenanzeigen nach. Der Sender, so stellt sich heraus, gehörte der früheren isländischen DDR-Vertretung. Die Spur führt zurück in die Zeit des Kalten Krieges, in das Leipzig der Nachkriegsjahre und in eine Liebesgeschichte zwischen einer ungarischen Studentin und einem Isländer.
Laufzeit: ~ 54 Minuten
Sendetermine: WDR 5 - Samstag, 3. Februar 2007, 10:05 Uhr
Kottan ermittelt
Autor(en): Helmut Zenker (Österreich 1949 - 2003)
Produktion: SWF/ORF 1976
Originalhörspiel dt. / Krimi
Regie: Georg Madeja
Inhaltsangabe: Der Postbote bummert vergeblich an Gertrude Klenners Wohnungstür: Die Witwe ist tot, mit einem Schraubenzieher erstochen. Die Mitbewohner des Mietshauses sind nicht sonderlich entsetzt, machen sich aber lebhaft Gedanken über den Täterkreis. Dafür kommen doch nur die jugoslawischen Gastarbeiter in Frage, die bei der Klenner ein- und ausgingen. Ist sie nicht im Grunde selbst schuld?
Kriminalkommissar Adolf Kottan, der dienstälteste und erfolgreichste Beamte der Sicherheitsdirektion, vom Fernsehen zum "Mann des Monats" gekürt - immerhin hat er von 23 Morden 23 aufgeklärt - kann sich sicher auch in diesem Fall auf seine bewährte Spürnase verlassen. Allerdings ermitteln Kottan und sein Assistent am falschen Ort und verdächtigen die falschen Leute.
1974 schrieb Helmut Zenker eine groteske Kriminalgeschichte um den Wiener Polizeimajor Adolf Kottan. Doch kein Verlag wollte Zenkers Krimi drucken. Unbeirrt arbeitete er das Manuskript in ein Hörspiel um. Die Radiosendung 'Kottan ermittelt' im Frühjahr 1976 war ein großer Erfolg. Noch im selben Jahr folgte die Fernseh-Premiere im ORF. Regie führte Peter Patzak, der bis 1983 insgesamt 19 Fernsehfolgen der Kultsendung realisierte. Die Parodie sämtlicher Krimi-Klischees, das chaotische Personal, der ewig mit dem Kaffeeautomaten kämpfende Polizeidirektor trafen den Nerv des Publikums. Als 1979 die Kottan-Euphorie auch die deutschen Zuschauer ergriff, erschien Kottans erster Fall endlich auch als Buch. Es sollten viele weitere folgen.
Mit:
Kottan: Rudolf Rösner
Schrammel: Curth Anatol Tichy
Schremser: Rolant Albert
Frl. Domnanovics: Liselotte Plauensteiner
Frau Matula: Erni Mangold
Frau Kucharik: Bibiana Zeller
Frau Schwab: Helly Servi
Lerch: Michael Toost
Student: Peter Frick
Dolmetscherin: Hanne Rohrer
Ärztin: Margit Gara
Wirt: Karl Krittl
Polizist: Rudolf Strobl
Josef Lustig: Wolfgang Hübsch
Herr Bajewic: Nicola Blazevic
Frau Bajewic: Catherina Blazevic
Laufzeit: 49 Minuten
Sendetermine: ORF 1 - Samstag, 3. Februar 2007, 14:00 Uhr
Grotvadder ward'n biwegelangs
Autor(en): Ernst-Otto Schlöpke (BRD 1922)
Produktion: RB/NDR 1970
Regie: Erich Keddy
Sprache: Dialekt
Inhaltsangabe: Reisen in die Vergangenheit sollte man besser nicht unternehmen, sie enttäuschen nur. Ernst-Otto Schlöpke schickt in diesem Spiel Vater und Sohn auf die Reise in eine kleine Küstenstadt, um dem Vater Gelegenheit zu geben, den Sohn zu den Stätten seiner Kindheit zu führen und ihn das "einfache Leben" zu lehren, das ja alle Eltern in ihrer Jugend schätzen gelernt haben. Aber die Zeit hat Dinge und Menschen verändert, und von dem, was der Vater in so lieber Erinnerung hatte, ist nichts übrig geblieben.
Mit:
Peter Witt: Bernd Wiegmann
Willi, sein Sohn: Claus Boysen
Hans Paulsen: Heinz Burmeister
Eike, seine Tochter: Elsbeth Kwintmeyer
Junge: Hans Werner Radula
Junge Frau: Ingeborg Heydorn
Alte Frau: Almut Sandstede
Fremdenführer: Jens Ehlers
Erzähler: Walter Arthur Kreye
Laufzeit: 47 Minuten
Sendetermine: RB NWR - Samstag, 3. Februar 2007, 19:05 Uhr
ZEITraum - Der Ungarnaufstand 1956 - eine Radioperformance
Autor(en): Iris Disse (BRD 1956)
Produktion: RBB/MR 2006
Originalhörspiel dt. / Dokumentation
Regie: Iris Disse
Preise / Auszeichnungen: Hörspiel des Monats
Inhaltsangabe: Von aller Welt verlassen fühlten sich die Ungarn, als sie in den letzten Tages ihres Aufstandes das westliche Ausland um Hilfe anflehten. Die russischen Panzer standen schon vor den Toren des Ungarischen Rundfunks, dass damals ein Zentrum des Widerstandes gegen die Besatzungsmacht war. Sie standen auf verlorenen Posten, weil - wie auch ein paar Jahre zuvor am 17. Juni 1953 in der DDR - die Amerikaner den Machtbereich der Sowjetunion respektierten und sich nicht einmischen wollten.
Iris Disse unternimmt aus diesem dramatischen Anlaß eine Zeitreise. Sie reist mit den Aufnahmen von Zeitzeugen, die jetzt im Westen leben, nach Budapest und wird sie dort bei der Gedenkveranstaltung am 22. Oktober - der Vorabend des Aufstandes von 1956 - vorführen. Im Gepäck dabei hat sie auch historische Archivaufnahmen, die die Ereignisse von damals aus der Vergangenheit in die Gegenwart zurückholen. Ein Mitschnitt dieser Veranstaltung wird in ihre Aufnahmen eingearbeitet, so dass auf diese Weise eine Radioperformance entsteht, die das Heute und Gestern zu einem Zeitraum verdichtet und mit dem neuen Aufnahmeverfahren 5.1. zu einem hautnahen Hörerlebnis wird.
Hörspiel des Monats November 2006, Begründung der Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste:
"Dem Feature von Iris Disse über den Ungarnaufstand gelingt es, die Ereignisse vom 23. Oktober bis zum 4. November vor 50 Jahren mit genuin radiophonen Mitteln in einer Unmittelbarkeit zu vergegenwärtigen, die dem Fernsehen mit seiner konventionellen Ereignisdramaturgie nicht zur Verfügung steht.
In der Rahmenhandlung reist eine Frau, die im Dezember 1956 auf der Flucht aus Ungarn geboren wurde, zu einer Gedenkveranstaltung nach Budapest. Ihre Gedanken und Wahrnehmungen bilden die fiktive Klammer um einen heterogenen Chor von Stimmen, aus dem sich ein Bild der Revolte zunächst der Studenten, dann des ganzen Landes gegen den von Russland oktroyierten Kommunismus langsam zusammensetzt. Die gelungene Mischung von Originaltönen und Zeitzeugenberichten, behutsam unterlegt mit Geräuschen und Musik, bringt Gestern und Heute in einem 'Zeittraum' zusammen, wobei allmählich die Erkenntnis reift, dass der Westen damals kläglich versagt hat."
Laufzeit: ~ 55 Minuten
Sendetermine: DLF - Samstag, 3. Februar 2007, 20:05 Uhr
Der lange Sturz - Eine szenische Phantasie über Chet Baker
Autor(en): Michael Naura (BRD 1934)
Produktion: NDR 2002
Originalhörspiel dt. / Biographie
Regie: Hans Gerd Krogmann
Komposition: Herbert Joos / Michael Naura / Wolfgang Schlüter
Inhaltsangabe: "Ein Sinfonieorchester. Da sitzen sie nun. Reinlich und schwarz gekleidet. Sie stieren in die Noten. Sie warten auf den Einsatz. Chet Baker, der amerikanische Jazztrompeter, war der Gegenentwurf zu dieser bürgerlichen Idylle. Er war der entrückte Schmerzensmann der Sucht. Aber noch im Sturz war seine Musik groß. Sie spiegelte sein Leiden, und sie gab eine Projektionsfläche für die Betrübten unserer Zeit ab. Ich kannte Baker persönlich. Für mich ist der Trompeter ein Spender von Trost angesichts des Terror Kingkongs, der in Manhattan die Hochtürme wie Zigarren pafft." (Michael Naura)
In der "szenischen Phantasie" verschmelzen rauschhafte Wortexzesse und fiktive Erinnerungspartikel aus Chets Leben mit wunderbarem Jazz von und mit Michael Naura, Herbert Joos und Wolfgang Schlüter zu einer Hommage an den großen Jazzmusiker, der am 13. Mai 1988 bei einem Sturz aus dem Fenster zu Tode kam.
Mit:
Chet Baker: Ulrich Matthes
Bakers Mutter: Marlen Diekhoff
Bakers Vater: Franz-Josef Steffens
Sherry: Christiane Leuchtmann
Gerry Mulligan: Wolf Aniol
Sprecher: Siegfried Kernen
Pressesprecher Gottes: Hermann Lause
Barfrau: Katja Brügger
Polilzeiarzt: Michael Gerlinger
Polizist: Gerold Ströher
Zimmermädchen: Kerstin Hilbig
Hotelbesitzer: Douglas Welbat
Laufzeit: 57 Minuten
Sendetermine: DRS 2 - Samstag, 3. Februar 2007, 21:00 Uhr
Mein Lebtag
Autor(en): Fitzgerald Kusz (BRD 1944)
Produktion: SWR 2006
Regie: Günter Maurer
Sprache: Dialekt
Inhaltsangabe: Der Lebensbericht einer alten Frau ist zugleich ein Stück deutscher Geschichte - vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis in die Nachkriegszeit. In Stuttgart auf einem Bauernhof groß geworden, zieht die Frau hinaus aufs Dorf und heiratet einen Schreiner. Dieser wird schon bald arbeitslos. Die Feldarbeit, mit der sie ihre Familie über Wasser hält, bestimmt ihr Leben. Dann bricht der Krieg aus. Später ein zweiter. Die Regierungen kommen und gehen, die Arbeit auf dem Acker bleibt. In der Erntezeit schuftet die Frau zudem als Tagelöhnerin. Dann stirbt ihr Mann, aber das Leben geht weiter. Nun sitzt sie auf einem Stuhl, ihr Hund Prinz zu ihren Füßen. Sie antwortet auf die Fragen einer Stimme - zunächst widerwillig und stockend beginnt sie zu erzählen.
Laufzeit: ~ 45 Minuten
Sendetermine: SWR 4 - Samstag, 3. Februar 2007, 21:05 Uhr (Ursendung)
Blutschrift
Autor(en): Ruth Rendell (Großbritannien 1930)
Produktion: SFB-ORB 2002
Bearbeitung Literatur / Krimi
Regie: Barbara Meerkötter
Bearbeitung: Barbara Meerkötter
Übersetzung: Edith Walter
Inhaltsangabe: George und Jacqueline Coverdale bewohnen mit ihren halbwüchsigen Kindern Lowfield Hall, ein großzügiges Herrenhaus im ländlichen Suffolk. Sie sind gebildet, wohlhabend, überall gut angesehen - und begeisterte Opernliebhaber. So sitzt die Familie am Abend des 14. Februar, dem Valentinstag, gemeinsam vorm Fernseher, um sich eine berühmte Don Giovanni- Inszenierung anzuschauen. Doch noch ehe die Aufführung zu Ende ist, ereignet sich eine schreckliche Bluttat - jenes Verbrechen, das später in die Polizeigeschichte als das St. Valentins-Massaker eingehen wird. Wichtigste Zeugin der schaurigen Vorfälle scheint Eunice zu sein, die Haushälterin der Opernfreunde, ein bigottes altes Mädchen, das weder lesen noch schreiben kann.
Mit:
Erzählerin: Hille Darjes
Eunice Parchman, Hausangestellte: Hannelore Hoger
Jacqueline Coverdale: Susanne Lothar
George Coverdale, Jackies zweiter Ehemann: Reiner Heise
Giles, Jackies Sohn: Thomas Gerber
Melinda, Georges Tochter: Inka Friedrich
Joan Smith: Heide Kipp
Laufzeit: 53 Minuten
Sendetermine: NDR Info - Samstag, 3. Februar 2007, 21:05 U
[Quelle:
www.hoerdat.de]