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Südamerikanische Indianer, außerirdische Bevölkerungsgründer und deutsche Altersheiminsassen
Popol Vuh - Das Buch vom Ursprung der Maya
Autor(en): Götz Naleppa (BRD 1943)
Produktion: REM/DLR/RBB 2006
Originalhörspiel dt. / Audio Art
Regie: Götz Naleppa
Bearbeitung: Anja Gundelach
Komposition: Götz Naleppa / Jorge Reyes
Sprache: Deutsch/Sonstige
Inhaltsangabe: Nach Pflanzen und Tieren wurden die ersten Menschen aus Lehm geschaffen. Doch sie waren zu weich und lösten sich auf. Die zweiten Menschen waren aus Holz. Doch sie vergaßen, ihre Schöpfer zu ehren und wurden wieder vernichtet. Die dritten Menschen entstanden ganz aus Mais, sie dankten ihren Schöpfern und gründeten Familien und Nationen... So erzählt das Popol Vuh, das einzigartige Schöpfungsbuch der Maya, das einem Missionar im 16. Jahrhundert in Maya-Sprache übergeben wurde, "damit die Kunde unseres Volkes überlebt". Götz Naleppa hat aus deutsch- und mayasprachigem Text, Urwaldsounds von Maya-Tempelstätten und Musik auf prähispanischen Instrumenten eine Klangkomposition geschaffen, in der das Grausame und Kosmisch-Komische der Schöpfung erfahrbar wird.
Mit:
Improvisation auf prähispanischen Instrumenten: Jorge Reyes
Maya-K'iché: Leticia Méndez Intzin
Maya-Tzeltal: Juan Chuno Lopez Intzin
Maya-Chol: Guadalupe Asunción Gutierrez
Deutsch: Martin Engler
Laufzeit: 49 Minuten
Sendetermine: DLR - Montag, 26. März 2007, 00:05 Uhr
Kein Geld, aber Stuck an der Decke
Autor(en): Alexander Brabandt
Produktion: MDR 2006
Originalhörspiel dt. / Unterhaltung
Regie: Alexander Brabandt
Komposition: Stefan König
Stellen Sie sich eine große Altbauwohnung vor. Mit Decken, vier Meter hoch, mit mächtigen Flügeltüren, quietschendem Parkett und riesigen Kachelöfen. Und mit Stuck, natürlich. Vielleicht schon etwas brüchig hier und da, aber immerhin, Stuck.
Und weil so eine Altbauwohnung nur Schwerverdiener allein bezahlen können, wird die Not zur Tugend und die Wohnung zur WG. Die Bewohner dieser WG sind 'ausgewachsene Persönlichkeiten'. Zuerst Frau Simon, die Vermieterin, sozusagen die Mutter vom Ganzen. Sie hat zum Beispiel an Jan vermietet. Jan ist Künstler, Dichter, Drehbuchautor, Romancier, d.h. das alles will er einmal werden. Dann ist da Richard, der behauptet, er sei beim Veterinäramt, aber eigentlich verbringt er den halben Tag Zeitung lesend im Park. Dann Robert. Der ist rasender Reporter, auch wenn er nicht verrät für welches Blatt, oder gar welchen Sender? Ja, und zu guter letzt sind da noch Annett, die Kipferl backende Zugbegleiterin, und Marie, die Neue, die sich mit Klavierstunden über Wasser hält.
Da passt nur bedingt zusammen was zusammenkommt. Und weil das alle wissen, ist es eher ein Kommen und Gehen als ein friedliches Zusammensein. Dreh- und Angelpunkt ist die Küche, dort geht es hoch her, wenn Jan mal wieder seine Miete nicht bezahlen kann, oder wenn aus Maries Zimmer zum hundertsten Mal 'Oh du fröhliche' geklimpert kommt. Und die Liebe, ja, die Liebe kommt natürlich auch nicht zu kurz: Wenn Annett mit Robert oder Jan vielleicht mit Marie? Das weiß man nicht. Sicher ist nur, Frau Simon wäre in jedem Fall dagegen.
Mit:
Frau Simon: Heide Böwe
Richard: Hilmar Eichhorn
Marie: Julia Mohn
Jan: Torben Kessler
Robert: Alexander Brabandt
Annett: Danne Hoffmann
Sendetermine: MDR Figaro - Montag, 26. März 2007, 08:10 Uhr - Teil 13
Schäri, Schtei, Papier
Autor(en): Daniel Keene (Australien 1955)
Produktion: DRS 2007
Bearbeitung Theater
Regie: Reto Ott
Bearbeitung: Reto Ott
Komposition: Tini Hägler
Übersetzung: Beat Sterchi
Sprache: Dialekt
Inhaltsangabe: Er ist Steinhauer von Beruf. Er hat eine Familie. Und er ist arbeitslos. Aber Eugen macht seine Arbeit. Besorgt den Haushalt, kümmert sich um Frau und Tochter. Und rutscht trotzdem immer mehr in die Isolation. Seine Spaziergänge führen ihn zum stillgelegten Steinbruch, der schon ganz verwildert ist. Er trifft sich mit seinem ebenfalls arbeitslosen Freund in der Kneipe. Er versucht zu beten. Aber hört Eugen noch irgend jemand zu? Der australische Dramatiker Daniel Keene beschreibt in seinem Stück "Scissors, Paper, Rock", das Beat Sterchi im Auftrag von DRS 1 in berndeutsche Mundart übertragen hat, einen Fall ins Bodenlose. Und er findet dafür in vielschichtigen Dialogen eine Sprache von faszinierender Kargheit und poetischer Kraft.
Mit:
Eugen: Andreas Matti
Yvett: Sara Capretti
Franz: Mike Müller
Brigitt: Marie Omlin
Laufzeit: ~ 50 Minuten
Sendetermine: DRS 1 - Montag, 26. März 2007, 14:00 Uhr (Ursendung)
Das Geräusch der Anderen 1:
Ein Werwolf im Bett
Autor(en): Tina Müller (BRD)
Produktion: RBB 2005
Regie: Regine Ahrem
Inhaltsangabe: Ein Mietshaus wie viele andere in Berlin. Stille gibt es nicht. Die Wände haben Ohren. Und ob man will oder nicht. Man teilt das Leben seiner Nachbarn. Aber manchmal ist das, was man hört, noch lange nicht, was wirklich geschieht. In neun Episoden führen uns die Hörstücke durch das Innenleben eines ganz normalen Berliner Mietshauses und lassen uns teilhaben an den kleinen und großen Dramen, die sich hinter den verschlossenen Türen ereignen.
Im Rahmen einer Lehrveranstaltung haben Studenten des Studiengangs Szenisches Schreiben an der Universität der Künste in Berlin sich auf die Spur von Geräuschen begeben. Von Geräuschen, die uns alltäglich umgeben. Und die unser Handeln möglicherweise auf unvorhergesehene Weise beeinflussen.
Mit:
Stefan Baumecker
Laufzeit: ~ 5 Minuten
Sendetermine: RBB Kultur - Montag, 26. März 2007, 14:10 Uhr (Ursendung)
Heinz un Harry
Autor(en): Frank Grupe (BRD 1954)
Produktion: RB/NDR 1997
Regie: Hans Helge Ott
Sprache: Dialekt
Inhaltsangabe: Heinz wohnt schon seit vielen Jahren im Seniorenheim, als eines Tages Harry zum ersten Mal im Speisesaal auftaucht und ihm den angestammten Platz streitig macht. Die beiden alten Männer haben wenig mehr gemeinsam als das Leiden an der erzwungenen Unselbständigkeit, der Isolation und der Ereignislosigkeit im Heim. Aber sie haben beide die Hoffnung nicht aufgegeben, trotz ihres hohen Alters irgendwann einmal einen neuen Anfang machen zu können.
Mit:
Heinz: Jochen Schenck
Harry: Rolf Nagel
Hildegard: Gabriele Blum
Laufzeit: 42 Minuten
Sendetermine: NDR 1 NS - Montag, 26. März 2007, 20:05 Uhr
Die Ästhetik des Widerstands
Autor(en): Peter Weiss (BRD 1916 - 1982)
Produktion: BR/WDR 2007
Bearbeitung Literatur
Regie: Karl Bruckmaier
Bearbeitung: Karl Bruckmaier
Komposition: David Grubbs
11. Teil: Plötzensee
Inhaltsangabe: 'Die Ästhetik des Widerstands', das in den Jahren von 1971 bis 1981 entstandene erzählerische Hauptwerk des Schriftstellers Peter Weiss, gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Romanen der zweiten Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts. Im Zentrum des fast eintausend Seiten umfassenden Triptychons, das die Geschichte des Scheiterns sozialistischer Ideale und Kämpfe und das Ausgeliefertsein des Individuums in totalitären Zeiten abbildet, steht die Person eines fiktiven deutschen Widerstandskämpfers. Dieser Ich-Erzähler verlässt als Jugendlicher 1937 Berlin und gelangt über die Tschechoslowakei, Spanien und Paris nach Schweden. Da wie dort wird er Zeuge der Widerstandskämpfe gegen Nazideutschland und der Machtkämpfe innerhalb der Kommunistischen Partei. "Wer ist dieses Ich? Ich selbst bin es."
Der namenlose Protagonist ist in vielen Details dem Autor nachgebildet. Er gibt Peter Weiss Gelegenheit, durch seine literarische Trauer- und Erinnerungsarbeit eine sprachmächtige Aufarbeitung eines historisch entscheidenden Jahrzehnts in der Auseinandersetzung der Ideologien zu liefern. Am Ende steht der Fall des Faschismus, gleichzeitig entwerten sich aber auch die Utopien der europäischen Linken im sowjetischen Personenkult und in der weltanschaulichen Zerrissenheit der Arbeiterparteien. Darüber hinaus arbeitet sich Weiss auch an der für ihn persönlich relevanten Hauptfrage ab, inwieweit politische Notwendigkeit und individuelle Erkenntnis über ästhetische Zusammenhänge miteinander zur Deckung gebracht werden können - auch hier gelingt dem Autor eine bittere Synthese aus Kunsttheorie und Realitätsanspruch: Der Ich-Erzähler und seine Gefährten entwickeln nicht nur über politische Erörterungen und Einschätzungen, sondern ebenso über Lektüren und gemeinsame Kunstbetrachtung eine Art kollektive Weltsicht. Durch die Reflektion seines politischen Tuns wie durch die Deutung großer Kunstwerke erfindet sich der Erzähler im Roman eine eigene Position als geistiger Arbeiter, als freier Schriftsteller, der sich aber aus ebenso freien Stücken der Disziplin einer Kaderpartei unterwirft: "Für den Ruf nach totaler Zertrümmerung der Kunst hatten wir nichts übrig, solche Parolen konnten sich diejenigen leisten, die übersättigt waren von Bildung."
Zu seinem Romanprojekt betrieb Peter Weiss intensive historische Recherchen, um dem entstehenden Werk "breiteste Realität zu geben". Neben der Hauptperson begegnet der Leser Figuren wie Willi Münzenberg oder Herbert Wehner und den Mitgliedern der Widerstandsorganisation um Harro Schulze-Boysen (`Rote Kapelle'). "Ich benutzte die authentischen Namen im Roman als Chiffren", notierte Peter Weiss dazu. Eine dieser Chiffren ist Bert Brecht. Auf ihn und seine Mitarbeiter stößt der Ich-Erzähler im schwedischen Exil. Weiss beschreibt manchmal bis ins quälende Detail alles über die Antagonismen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten in Deutschland, Spanien, Schweden und im französischen Exil, denen groß angelegte Ausdeutungen von Gemälden (Picassos 'Guernica') und Romanen (Kafkas 'Das Schloss') gegenüberstehen. In den grob zehn Jahren (1937 bis 1947), die der Roman umfasst, bekämpften zwei totalitäre Systeme - Faschismus und Kommunismus - sich selbst und die Menschheit aufs grimmigste und rücksichtsloseste. Im Namen einer pervertierten Vernunft und Wissenschaftlichkeit wurde mehr gemordet als je in der Geschichte zuvor im Namen einer Religion oder metaphysischen Idee - und dies aus dem Herzen des zivilisierten Europa heraus.
Gut fünfundzwanzig Jahre nach dem Tod von Peter Weiss, gut fünfzehn Jahre nach dem Zerfall des kommunistisch regierten Ostblocks liest man "Wehrt Euch"-Parolen auf den Straßen Berlins und im Osten Deutschlands, diesmal auf den Plakaten der politischen Erben der Nazi-Ideologie - und nicht als illegal hinterlassenes Signum des Widerstands gegen das NS-Regime wie im Roman 'Die Ästhetik des Widerstands'. Zu keinem besseren Zeitpunkt könnte man erinnern an einen der noch vor nicht allzu langer Zeit meistgespielten und meistgelesenen Nachkriegsautoren Deutschlands, an Peter Weiss und seine 'Ästhetik des Widerstands', die nun in einer fast zwölfstündigen Hörspielfassung, erarbeitet und realisiert von Karl Bruckmaier, vorliegt - immer noch monströs, immer noch schwierig, immer noch besessen vom Wunsch, auf der Basis von Vernunft und Verstehen eine bessere Welt zu errichten, ohne deshalb die Menschlichkeit abzuschaffen. Und doch auch anders als der Roman: das Hörspiel ist sich der Widersprüche des Textes durch den zeitlichen Abstand und die historischen Ereignisse stärker bewusst, ebenso der Zerrissenheit des Autors, seines Leidens, seines tatsächlich stellvertretenden und existentiellen Leidens bis hin zum Tod. In der zwangsläufig radikal komprimierten Hör-Fassung wird die Ästhetik auch verstehbarer, zugänglicher durch die Stimmen von Peter Fricke, Robert Stadlober, Rüdiger Vogler, Susanne-Marie Wrage, Hanns Zischler.
Mit:
Robert Stadlober, Peter Fricke, Rüdiger Vogler, Michael Tregor, Helga Fellerer, Ulrich Frank, Paul Herwig, Helmut Stange, Christian Friedel, Stephan Zinner, Katharina Schubert, Sabine Kastius, Susanne-Marie Wrage, Hanns Zischler, Jochen Striebeck, Wolfgang Hinze, Jule Ronstedt
Gesamtlaufzeit: ~ 660 Minuten
Sendetermine: BR 2 - Montag, 26. März 2007, 20:30 Uhr - Teil 11 von 12 (Ursendung)
Schreckmümpfeli:
Nur ein Spiel
Autor(en): Evan Hunter (Pseudonym für: Salvatore Lombino) (USA 1926 - 2005)
Produktion: DRS 1979
Regie: Paul Roland
Mit:
Christian Hoenig, Andreas Krähenbühl
Laufzeit: 13 Minuten
Sendetermine: DRS 1 - Montag, 26. März 2007, 23:00 Uhr
Das Genakel oder Der Seuchenprinz II
Autor(en): Jens Rachut (BRD)
Produktion: EIG 2006
Regie: Ronald Henseler / Jonas Landesschier / Jens Rachut
Komposition: Jonas Landesschier
Inhaltsangabe: Verschwörungstheoretiker haben es schon immer gewusst: Die Erde ist von außerirdischen Mächten geschaffen worden. Und zwar als Prüfungsaufgabe von extraterrestrischen Studenten. Das Endziel der Aufgabenstellung ist die Erlösung. Die Außerirdischen schaffen beflissen drauf los: Pflanzen, Tiere und als allerletztes den Menschen alles streng nach Vorschrift. Am Anfang sind die Schöpfer noch zu fünft, aber bald verstößt einer von ihnen gegen die Regeln. Er hat vor der Zeit den ersten Menschen geschaffen. Als Strafe wird er in seine eigene Schöpfung verbannt: in Gestalt eines Menschen, ohne Erinnerung daran, jemals etwas anderes gewesen zu sein. Zuvor hat er noch drei Wünsche offen: "Ich möchte Danny Ferran heißen. Ich möchte Reporter sein. Und ich möchte nach Außerirdischen suchen." Die vier anderen Studenten basteln weiter an ihrem Projekt Erde. Die Raubtiere und das Nordlicht geraten ziemlich perfekt, aber die Menschheit ist ein Desaster. Und wer ist bloß auf die Idee gekommen, auch noch Gott einzuführen?
"Das Genakel" ist Teil der Trilogie "Der Seuchenprinz", die rückwärts erzählt wird der dritte Teil ist 2006 im WDR erstmals gesendet worden.
Laufzeit: 53 Minuten
Sendetermine: WDR 3 - Montag, 26. März 2007, 23:05 Uhr
[Quelle:
www.hoerdat.de]