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LibussaKrokus

Grumbeersupp un' Quetschekuche

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21

Montag, 9. Januar 2017, 22:03

Bumsmusik mach Bumsfidel :spot:
@Libussa: DEN Zusammenhang musst Du aber nochmal genauer erklären :gruebel: *zugebend auf Schlauch steh*

Oder meinst Du Skys Schwester ist der K.O.-Schläger :gruebel:
index.php?page=Attachment&attachmentID=8733

Isses jetzt klarer, was mir für Assoziationen durch den Kopf jagen? :pfeif:
Nothing makes a father happier than seeing his daughter with a smile on her face and her boyfriend with fear in his eyes!

Glück ist wie furzen. Wenn man es erzwingt, kommt nur Scheiße raus!

22

Montag, 9. Januar 2017, 22:06

Naja, ich befürchte/denke eigentlich eher, dass Sky das ganz gerne so sehen würde bzw. sich so fühlt ;) ... in der Realität aber seine Schwester als ziemlich KLARER Sieger aus dem Kampf herausgegangen ist :harhar:

LibussaKrokus

Grumbeersupp un' Quetschekuche

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23

Montag, 9. Januar 2017, 22:25

Und wenn sie ihn grün und blau geschlagen hat . . . ich wette so in etwa hat er sich trotzdem gefühlt . . . oh Mist, ich hab die Zigarre vergessen!

index.php?page=Attachment&attachmentID=8734

:D
Nothing makes a father happier than seeing his daughter with a smile on her face and her boyfriend with fear in his eyes!

Glück ist wie furzen. Wenn man es erzwingt, kommt nur Scheiße raus!

24

Montag, 9. Januar 2017, 22:34

Zwischen Traum und Wirklichkeit ist trotzdem meist ein kleiner Unterschied :pfeif:

joe adder

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25

Montag, 9. Januar 2017, 23:33

Das Kind wird immer Bumsmusik im Kopf haben. :] Skywise ist klarer Sieger. :pfeif:
"Warum sollte ich mich fürchten? Ich kenne keine Furcht."

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LibussaKrokus

Grumbeersupp un' Quetschekuche

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26

Dienstag, 10. Januar 2017, 09:27

Das Kind wird immer Bumsmusik im Kopf haben. :] Skywise ist klarer Sieger. :pfeif:

Seh ich genau so! :prost:
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27

Dienstag, 10. Januar 2017, 09:30

Männer :rolleyes:


:lol: :rofl:

28

Dienstag, 7. Februar 2017, 17:23

Es gibt nette Vertreter. Die kommen bei einem vorbei, erzählen interessante Sachen, geben einem Argumente und vielleicht noch das eine oder andere Muster mit auf den Weg, fragen nach bestimmten Daten, manchmal kommt noch die eine oder andere Anekdote rüber, und anschließend gehen sie wieder. Es gibt schleimige Vertreter, nach deren Besuch man sich insgeheim eine Dusche wünscht. Es gibt kleingeistige Vertreter, die jeden Kunden nach Schema F behandeln, was meistens bedeutet, daß sie mit ihren Geschichten über die Historie ihres Unternehmens anfangen, obwohl man selbst schon seit Jahren in Kontakt mit dem Laden steht. Und es gibt penetrante Vertreter. Das sind die, die anscheinend beim ersten Anzeichen eines quer sitzenden Furzes an mich denken. Dann klingelt mein Telefon oder es klopft an der Tür und im Nu ist ein Pseudo-Gespräch im Gange, obwohl meine Geringfügigkeit nix braucht und die andere Geringfügigkeit nix zu sagen hat. Ist nicht schön, sich damit rumzuschlagen, gehört aber zum Berufsbild.
Ein besonders penetrantes Exemplar war der Herr Hoppe. Dieser war neu im Geschäft bzw. in der Region und sein Anliegen war, seinen Kundenstamm schnellstmöglich zu vergrößern. Daran hatte ich nichts auszusetzen. Allerdings machte er den Fehler, sich montags bei mir vorzustellen und seine Produkte anzupreisen, mittwochs nachzuhaken, ob sich mittlerweile schon etwas ergeben hätte, und freitags auf einen persönlichen Termin zu drängen, um uns endlich persönlich kennenzulernen und uns über meine Bedarfe zu unterhalten. Das läßt mich automatisch auf Distanz gehen. Normalerweise hätte ich ihm gesagt, wohin er sich einen persönlichen Termin stecken kann, denn Leute, die mir die Zeit stehlen, finde ich auch anderswo. Manko war allerdings das Thema: chemische Produkte. Diese wurden im Hause benötigt, aber mein Fachwissen reichte nicht aus, um einschätzen zu können, ob Herr Hoppe als Partner in Frage kam oder nicht. Aber man hat ja bekanntlich seine Leute, etwa im Bereich Forschung & Entwicklung.
"Hör mal, ich hab' hier einen heimlichen Helden, der uns Chemikalien verkaufen möchte. Der will vorbeikommen, und ich brauche jemanden, der die Bedarfe ein wenig umreißt. Nicht im Bereich Standard-Chemikalien, das krieg' ich hin, aber die Sonderabfüllungen und -mischungen, die ihr da hinten bei euch zusammenkippen laßt, sind mir ein bißchen zu heikel für eine ahnungslose Einkaufsentscheidung."
"Versteh' ich. Mach einen Termin aus, ich komm dazu und höre mir an, was er zu sagen hat. Nächsten Donnerstag oder Freitag sieht's gut aus, am liebsten vormittags."
Der Termin kam zustande.

Ich weiß nicht, wie ich an besagtem Freitag auf die Arbeit kam, ganz bestimmt aber unsicheren Fußes. Ein Schnee- und Eis-Chaos war über Nacht hereingebrochen und der Weg auf die Arbeit mittels Bus und zu Fuß glich einem äußerst abenteuerlichen, antarktischen Parcours. Dennoch stand wider Erwarten pünktlich um 10:00 Uhr Herr Hoppe im Empfangsbereich. Auf dem Weg ins Besprechungszimmer teilte er mit, er habe es bei diesem Wetter vorgezogen, mit Bahn und Taxi anzureisen. Alles im Dienste des Kunden. Na, so eine grenzenlose Freude. Während sich Herr Hoppe aus seinem Mantel schälte und plaudernd damit begann, seine Unterlagen auf dem Besprechungstisch auszubreiten, wandte ich mich zum Telefon, um meinem Kollegen Bescheid zu geben. Dabei wurde mir mitgeteilt, daß dieser im Schnee steckengeblieben sei und daher ein wenig später komme. Von dieser Auskunft ließ sich Herr Hoppe allerdings nicht bremsen.
"Jetzt bin ich schon mal da", meinte er, "da können wir uns auch über Ihre Bedarfe unterhalten."
"Das können wir machen", sagte ich. "aber mit mir haben Sie nur einen Ansprechpartner für das Kaufmännische und für Standard-Chemikalien. Von den anspruchsvolleren Geschichten lasse ich fachlich die Finger, in dem Thema steckt mein Kollege deutlich tiefer drin. Aber wir können ja schon mal mit den Kleinigkeiten anfangen, vielleicht kommt er gleich dazu."
Und so geschah es. Nun ja, fast so. Ich merkte sehr schnell, wie Herr Hoppe mir routiniert das Heft aus der Hand nahm und nach einem etwas schwammigen Vorgeplänkel meinen sicheren Boden verließ. Bereits nach zehn Minuten bewegten wir uns in Regionen, in denen ich nicht mehr mitreden konnte. Ich signalisierte ihm das, was ihn allerdings nicht davon abhielt, nach einem kurzen Schlenker wieder im Fachchinesisch zu landen. Es fielen Bezeichnungen von verschiedenen Projekten und Zusammensetzungen von Chemikalien, von denen ich weder vorher noch nachher etwas gehört hatte, und eine Menge Zusicherungen von Selbstverständlichkeiten, die von seiner Firma erbracht werden konnten. Nach zwanzig Minuten schaltete ich meine Ohren ab und zeigte nur noch durch belanglose Zwischenfragen, daß ich noch am Leben war. Ein sehr beliebter Nebensatz von Herrn Hoppe war "Klären Sie doch bitte ab, ob Sie [...] im Einsatz haben", was ich als Aufforderung verstand, mir ein paar Worte aufzuschreiben.

Es ging auf 11:00 Uhr zu, als der Redefluß des Herrn Hoppe versiegte. Mit der Geste des Gewinners packte er seine Infomaterialien wieder ein. Mein Kollege war nicht aufgetaucht. Und ich brauchte dringend einen Kaffee.
Ich fand noch einige Worte der Entschuldigung für den abgängigen Kollegen, was allerdings großmütig von Herrn Hoppe mit einem Blick nach draußen kommentiert wurde: "Bei dem Wetter ist das nur allzu verständlich. Ach, können Sie mir bitte ein Taxi rufen?"
Diesen Wunsch gab ich telefonisch an den Empfang weiter.
Die nächsten Minuten überbrückten wir mit ein paar Anmerkungen meinerseits, insbesondere zu den Arbeitsaufträgen, die ich mir mitgenommen hatte. Details, die noch zu klären waren, bevor Herr Hoppe ein Angebot unterbreiten konnte. Er kommentierte einzelne Punkte, anschließend gingen wir in den Empfangsbereich hinaus. Das Taxi war noch nicht da. Was mich nicht wunderte, denn draußen schneite es.
"Haben Sie ein Taxi gerufen?" fragte Herr Hoppe unsere Empfangsdame. Diese nickte.
"Wollen Sie die Informationen per Telefon?" wollte ich wissen.
"Gerne. Ansonsten komme ich gerne nochmal bei Ihnen vorbei. Vielleicht bei etwas besserem Wetter."
Dagegen hatte ich nach der Plattwalz-Aktion im Besprechungsraum zwar viel einzuwenden, sagte aber nichts. Man will es sich ja nicht mit einem potentiellen Lieferanten verscherzen.
Wir warteten einige Minute, wobei Herr Hoppe wiederholt seine Armbanduhr konsultierte und nochmals nachfragte, ob das Taxi auch tatsächlich bestellt worden wäre. Unsere Empfangsdame nickte.
Wiederum einige Zeit später trat ein abgewetzt wirkendes Männchen durch die Tür, ein Ausländer in einer stark mitgenommenen Daunenjacke, mit einer vom Schnee überzuckerten Schiebermütze und in einer Cord-Hose, die schon bessere Zeiten gesehen hatte. Er trat sich auf der Fußmatte den Schnee von den Schuhen und ging auf den Empfangsbereich zu.
"Ah, mein Taxi!" freute sich Herr Hoppe. "Können Sie mich zum Bahnhof fahren?" wandte er sich an den Neuankömmling.
Dieser reagierte eloquent mit hochgezogenen Augenbrauen: "Hä?"
Herr Hoppe rollte die Augen, beugte sich in Richtung Schiebermütze und forderte langsam und laut mit deutendem Zeigefinger: "Du! Fahre mich! Bahnhof! In Taxi!"
Das Männlein zeigte kein Zeichen des Verstehens.
Ich mischte mich ein.
"Ach, Herr Hoppe, darf ich Ihnen meinen Kollegen vorstellen, Herrn Dr. Ahmed Tirkayi. Wir waren mit ihm verabredet."
Daraufhin sah ich Herrn Hoppe erstmals still.
Ahmed ergriff die Initiative, zog seine Schiebermütze und schüttelte freudestrahlend die Hand von Herrn Hoppe.
"Ah! Herr Hoppe! Schönen Tag! Bitte entschuldigen Sie die Verspätung, aber bei dem Wetter, Sie verstehen - freut mich, daß ich Sie noch treffe. Ich war letzte Woche auf Ihrer Homepage. Sehr interessant, sehr interessant. Aber ich hätte da noch einige Fragen. Haben Sie vielleicht noch etwas Zeit? Ist das Besprechungszimmer frei?"
Die letzte Frage war an mich gerichtet. Ich nickte, und wir drei kehrten in das Räumchen zurück.
Und dort zog Ahmed Herrn Hoppe mit einer an Sadismus grenzenden Freundlichkeit nach Strich und Faden die Hosen aus. Diesmal traf das Fachwissen eines Forschers auf das Know-How eines Verkäufers. Und ich sah, wie sich der Notizblock von Herrn Hoppe mit Arbeitsaufträgen füllte, erlebte, wie dieser einige Male nachhakte, um bestimmte Aussagen zu verstehen, und als Ahmed kurz nach 12:00 Uhr langsam zum Schluß kam, hatte ich den Eindruck, daß der Anzug von Herrn Hoppe durchgeschwitzt war. Ich dagegen war während der ganzen Zeit still, verhielt mich neutral und genoß die Show.
Ich ließ abermals ein Taxi rufen, als Herr Hoppe seine Sachen erneut zusammenpackte und im Anschluß wie ein Häuflein Elend in Richtung Empfang schlich, begleitet von sichtlich gut gelaunten Ahmed, der noch immer auf ihn einredete und dabei bemerkenswert beiläufig, aber zielsicher den Wissenslücken des Herrn Hoppe noch einige kleine Stiche auf den Weg gab.
Das Taxi war dieses Mal überraschend schnell vor Ort. Herr Hoppe verließ uns mit dem Versprechen, seine Hausaufgaben zu erledigen und schon montags ein Angebot zu übersenden, was von Ahmed mit einem breiten Lächeln und einem "Wir freuen uns schon darauf" quittiert wurde.

Als der weiße Wagen auf die ebenso weiße Straße fuhr, verschwand das Lächeln aus Ahmeds Gesicht.
"Was'n Arsch", meinte er.
"Hast mir den Tag gerettet, vielen Dank."
"Gern geschehen."
"Wie wär's mit 'nem Kaffee? Den guten Kaffee aus dem Hinterzimmer der Kantine, nicht die Plörre, die sie vorne am Tresen verkaufen. Geht auf mich."
"Nur, wenn er schön groß und stark ist."
"Zur Not geht auch ein zweiter auf mich."
"Worauf warten wir noch?"

Herr Hoppe schickte ein Angebot. Es kam zu zwei kleineren Verträgen über Standard-Chemikalien, aus dem Forschungs- und Entwicklungsbereich schien er sich allerdings rauszuhalten. Danach wurden seine Angebote seltener, zu einem zweiten Treffen kam es nicht mehr. Er wird seine Gründe gehabt haben.

Gruß
Skywise

P. S.: für A. T. (1966–2013).
P. P. S.: Sämtliche Namen natürlich geändert.
Radio Liederlicht
Liedermacher & Co.


Dienstag.
Kollegin: "Als Ansprechpartner steht hier ein Dr. M. - mit dem hatten Sie doch schon zu tun, oder? Wie ist denn der so?"
Skywise: "Hm. Kompetenter Mensch, redegewandt, ein guter Erklärbär, nordisches Gemüt, hilfsbereit, ein zärtlicher Liebhaber ... was interessiert Sie an ihm genau?"
Kollegin: "Danke, danke, reicht schon."

LibussaKrokus

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29

Dienstag, 7. Februar 2017, 17:48

Was für eine schöne, nachdenkliche Geschichte! A.T. im P.S. steht das für besagten Chemie-Dr.?
Nothing makes a father happier than seeing his daughter with a smile on her face and her boyfriend with fear in his eyes!

Glück ist wie furzen. Wenn man es erzwingt, kommt nur Scheiße raus!

30

Dienstag, 7. Februar 2017, 18:56

Was für eine schöne, nachdenkliche Geschichte! A.T. im P.S. steht das für besagten Chemie-Dr.?

Das steht für ihn, ja.

Gruß
Skywise
Radio Liederlicht
Liedermacher & Co.


Dienstag.
Kollegin: "Als Ansprechpartner steht hier ein Dr. M. - mit dem hatten Sie doch schon zu tun, oder? Wie ist denn der so?"
Skywise: "Hm. Kompetenter Mensch, redegewandt, ein guter Erklärbär, nordisches Gemüt, hilfsbereit, ein zärtlicher Liebhaber ... was interessiert Sie an ihm genau?"
Kollegin: "Danke, danke, reicht schon."

joe adder

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31

Dienstag, 7. Februar 2017, 21:01

Was für eine schöne, nachdenkliche Geschichte! A.T. im P.S. steht das für besagten Chemie-Dr.?

Das steht für ihn, ja.

Gruß
Skywise

Was ist passiert?
"Warum sollte ich mich fürchten? Ich kenne keine Furcht."

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32

Dienstag, 7. Februar 2017, 21:30

Was für eine schöne, nachdenkliche Geschichte! A.T. im P.S. steht das für besagten Chemie-Dr.?

Das steht für ihn, ja.

Gruß
Skywise

Was ist passiert?

Krebs ist ein Arschloch.

Gruß
Skywise
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Dienstag.
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Skywise: "Hm. Kompetenter Mensch, redegewandt, ein guter Erklärbär, nordisches Gemüt, hilfsbereit, ein zärtlicher Liebhaber ... was interessiert Sie an ihm genau?"
Kollegin: "Danke, danke, reicht schon."

joe adder

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33

Mittwoch, 8. Februar 2017, 19:10

Was für eine schöne, nachdenkliche Geschichte! A.T. im P.S. steht das für besagten Chemie-Dr.?

Das steht für ihn, ja.

Gruß
Skywise

Was ist passiert?

Krebs ist ein Arschloch.

Gruß
Skywise

Au wei. :menno:
"Warum sollte ich mich fürchten? Ich kenne keine Furcht."

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Smeralda

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34

Donnerstag, 9. Februar 2017, 11:10

:( :{ Das verfluchte K-Wort.
Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten

LibussaKrokus

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35

Donnerstag, 9. Februar 2017, 11:46

:( :{ Das verfluchte K-Wort.
:{
Nothing makes a father happier than seeing his daughter with a smile on her face and her boyfriend with fear in his eyes!

Glück ist wie furzen. Wenn man es erzwingt, kommt nur Scheiße raus!

36

Donnerstag, 9. Februar 2017, 12:03

Och, es gibt auch ein verfluchtes G-Wort.

Muß mal schauen, ob ich die Geschichte noch zusammenkoordiniert kriege und sie online stelle, weil - ist ziemlich mies. Wie halt das Leben manchmal so ist. :armed:

Gruß
Skywise
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Dienstag.
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37

Donnerstag, 9. Februar 2017, 12:11

Schon mal dran gedacht, das Ganze in Buchform zu veröffentlichen? Jedesmal, wenn ich deine Texte lese, fühle ich mich an Kurzgeschichten von Robert Gernhardt ("Denken wir uns") oder Umberto Eco ("Wie man mit einem Lachs verreist") erinnert.
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38

Montag, 6. März 2017, 17:18

Dr. Ricarda Küster besuchte mich an einem frühen Freitagabend im Sommer an meinem Schreibtisch. Nicht zum ersten Mal. Sie war der Typ Mensch, der voll und ganz in seiner Arbeit aufging, und daher gerne zwischen dem Tippen von Berichten, der Lektüre von Fachliteratur und dem Herumschrauben an verschiedenen Versuchsaufbauten die Zeit vergaß. Und ich hatte es mir zu dieser Zeit widerwillig angewöhnt, bestimmte Auswertungen und vor allem die so heiß geliebte Ablage auf den Freitagnachmittag zu legen. Das konnte sich gelegentlich etwas in die Länge ziehen, wenn unter der Woche viel los war. Ricardas Weg ins Wochenende führte nicht zwangsläufig an meinem Büro vorbei, aber wenn sie nach ihrem Mann sehen wollte, der ähnlich gepolt war wie sie und im selben Gebäudetrakt arbeitete wie ich, streckte sie immer nochmal den Kopf zu mir rein.
Dieses Mal überraschte sie mich mit einer Andeutung bezüglich ihrer anstehenden „Flitterwochen“.
Ich wußte, daß sie und ihr Mann sich während des Studiums kennengelernt hatten. Irgendwann hatte sie mir auch erzählt, daß sie in dieser Zeit zusammengezogen waren und das Aufgebot für die Hochzeit in der Woche bestellt wurde, als sie ihre Dissertation abgegeben hatte.
„Für die Flitterwochen hatten wir aber damals gar keine Zeit – und kein Geld“, erzählte sie mir beim letzten Kaffee der Woche. Ihr Mann hatte noch an seiner Doktorarbeit geschrieben, und kaum, daß diese fertig war, sorgte das Ergebnis eines Schwangerschaftstests für eine Änderung der Prioritäten. Die nächsten Jahre waren geprägt von der Arbeit an verschiedenen Projekten und der Erziehung ihres Sohnes.
„Aber der Kleine geht jetzt aufs Gymnasium, ist mittlerweile stubenrein und legt keinen Wert darauf, mit seinen Erziehungsberechtigten in Urlaub zu fahren, die aktuellen Projekte gehen ihren Gang und würden auch ohne uns weiterlaufen, … also wollen wir dieses Jahr unsere Flitterwochen nachholen.“
Ich ließ das Paar mit erhobener Kaffeetasse hochleben.
Das Ziel war Afrika, wie ich erfuhr. Mir war aus Überlieferungen bekannt, daß Afrika über ein recht weitläufiges Gelände verfügt, daher hakte ich nach.
„Wir fliegen nach Nairobi. Dann nehmen wir unsere Rucksäcke und sehen zu, wie und wohin wir weiterkommen.“
„Also eher Abenteuerurlaub statt Hotelbar mit Aussicht auf den Pool“, vermutete ich.
„So viel Abenteuer muß gar nicht sein. Aber die afrikanische Flora und Fauna gefallen mir bestimmt besser als europäische Touristen, die ihre Falten in die Sonne halten. Von denen habe ich noch von unseren letzten Urlauben genug. Aber damals war der Kleine mit dabei. Jetzt, ohne unser Anhängsel, geht’s sicher schnell raus aus der Zivilisation. Aber ob nach Norden oder Süden und mit welchem Verkehrsmittel … das entscheiden wir vor Ort.“
„Wie lange entscheidet ihr das und wann geht’s los?“
„Wir entscheiden das sechs Wochen lang und am Sonntag sind wir hoffentlich rechtzeitig am Flughafen.“
„Na, dann flittert mal schön, ihr Turteltauben!“
„Wenn wir am Abend noch genug Energie haben …“, meinte sie schulterzuckend.

Anderthalb Wochen später klingelte in meinem Posteingang eine als „dringend!“ gekennzeichnete Mail mit einer Besprechungseinladung für denselben Nachmittag. Der Absender war unser Prokurist, was mich ein wenig unruhig werden ließ, denn bei den letzten Besprechungen mit ihm ging es entweder um sehr unschöne Aufgaben, die dringend erledigt werden mußten, oder direkt um Beschwerden bezüglich des Einkaufs. Als ich am vereinbarten Besprechungszimmer eintraf, war dieses bemerkenswert gut gefüllt mit Kollegen unterschiedlichster Abteilungen, worauf ich mir keinen Reim machen konnte. Auch die anderen waren sichtlich irritiert von dem Auflauf.
Der Prokurist betrat als einer der letzten den Raum, trat eilig vor die versammelte Mannschaft und bat um Ruhe. Sodann informierte er uns mit seiner gewohnt kühlen Art darüber, daß Dr. Ricarda Küster vor einigen Tagen bei einem tragischen Unfall während ihres Urlaubs ums Leben gekommen sei. Er bitte um Verständnis, daß er nichts weiter zu dem eigentlichen Hergang sagen könne. Herr Dr. Küster habe sich telefonisch in der Personalabteilung gemeldet; allerdings stehe er noch unter Schock und habe wohl seinerseits einige Verletzungen davongetragen. Das Verbreiten irgendwelcher Gerüchte innerhalb oder außerhalb des Gebäudes sei unter diesen Umständen wirklich nicht die feine englische Art, und er als Vertreter des Arbeitgebers wolle damit schon mal gar nicht anfangen. Er wisse natürlich, so fuhr der Prokurist fort, daß diese Nachricht erst einmal verdaut werden müsse. Frau Dr. Küster habe Vorbereitungen für ihre Urlaubszeit getroffen. Trotzdem sei es wichtig, den Status Quo der laufenden Projekte zu ermitteln und Aufgaben dauerhaft neu zu verteilen. Er könne damit leider nicht umhin, alle Anwesenden bei der Statusermittlung um ihre Mitarbeit zu bitten. Frau Dr. Küster habe sich in jedes einzelne ihrer Projekte hineingekniet; man solle seiner Ansicht nach daher die Projekte in ihrem Sinne zu einem Ende führen, auf das sie selbst stolz gewesen wäre.
Es folgten noch einige Floskeln, ehe er wieder durch die Tür verschwand. Und eine große Stille zurückließ.

[...]
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Dienstag.
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39

Montag, 6. März 2017, 17:18

[...]

Noch in den kommenden Stunden sowie am Vormittag des Folgetages bildete sich auf bemerkenswert unkomplizierte Weise ein Netzwerk zwischen einzelnen Abteilungen und Kollegen. Und während zu jedem einzelnen von Ricardas Projekten ein Zwischenbericht erstellt wurde, wozu der Einkauf nicht viel mehr beitragen konnte als geplante und getätigte Bestellungen nebst Fixterminen sowie die Wareneingänge der letzten Tage aufzulisten, trafen von anderer Seite die Informationen aus Afrika ein.
Ich erfuhr davon in den heiligen Hallen hinter der Kantine, im Kuschelräumchen für Kaffeesüchtige und Kettenraucher, das die Köchin, zugleich Pächterin der Räumlichkeiten, mit viel Geduld, Neugier und Humor betrieb.
„Fix und fertig war er. Klar“, meinte Dr. Drechsler zwischen zwei Zigaretten, und damit meinte er Ricardas Mann. Im Raum befanden sich außer der Köchin, mir und Rainer, einem unserer PR-Leute, noch drei weitere Kollegen, die gerade ein wenig Abwechslung und/oder Informationen suchten. Drechsler sprach zu niemandem direkt, sondern erzählte die Geschichte dem braunen Inhalt seiner Kaffeetasse, und das vermutlich nicht zum ersten Mal an diesem Tag.
„Die Küsters haben einen Bus genommen, der sie durch die Savanne bringen und im nächstgrößeren Ort rausschmeißen sollte. So einen afrikanischen Klischee-Bus, viele Menschen irgendwie drinnen, die wahrscheinlich von Reisen zurückkamen, dazu entsprechend viel Gepäck auf dem Dach oben drauf und im Innenraum irgendwie in Netzen unter der Decke und angeschnallt und so.
Bei der Fahrt war praktisch alles irgendwie in Bewegung. Es hat ordentlich geschaukelt und geruckelt, und jeder hat wahrscheinlich damit gerechnet, daß ihm irgendwann die Kisten und Koffer auf den Kopf fallen. Aber es hat gehalten. Bis ein Gepard vor den Bus gesprungen ist. Der Fahrer ist zwar noch kraftig in die Eisen gestiegen und hat ein Ausweichmanöver versucht, aber es war eigentlich schon zu spät. Der Bus ist mit dem Tier zusammengeprallt. Ob beim Zusammenstoß mit dem Geparden oder bei der Aktion davor, spielt eigentlich keine Rolle, jedenfalls waren einige der Befestigungen dieser Belastung nicht gewachsen. Die Leute sind durch den Bus geflogen und einige Teile des Gepäcks aus den Netzen und Gurten hinterher. Beide Küsters und natürlich noch ein paar andere wurden von den Koffern, Säcken und Kisten verletzt. Ricarda ist ungünstig gelandet und einer der nach vorne geschleuderten Koffer hat ihr das Genick gebrochen. Ob oder wie lange sie danach noch gelebt hat, weiß der Küster nicht.
Wahrscheinlich auch besser so.“
Drechsler warf einen kritischen Blick in seine Zigarettenschachtel, ehe er wieder versuchte, seine Kaffeetasse leerzustarren.

Einige Tage danach erhielten alle Mitarbeiter eine Mail von Herrn Dr. Küster. Darin bedankte er sich für die Anteilnahme und die Unterstützung, die ihm bislang von den Kollegen zuteil geworden war. Er gab den Ort und das Datum ihrer Beerdigung bekannt.
Ricarda sei schon immer von Afrika mit seiner Tier- und Pflanzenwelt fasziniert gewesen und habe jeden einzelnen Aufenthalt geliebt. Noch während der letzten Tage habe sie davon gesprochen, sich zukünftig stärker einbringen zu wollen, um die Vielfalt der Natur zu erhalten. Aus diesem Grund habe er sich mit Rainer zusammengesetzt, der sich bereit erklärt habe, eventuelle Geldspenden zu sammeln und anschließend in Absprache mit ihm im Namen seiner Frau an einen vertrauenswürdigen Verein weiterzuleiten, die sich für entsprechende Ziele einsetze.

Rainer besuchte mich an einem frühen Freitagabend im Herbst an meinem Schreibtisch. Der Regen prasselte schon den ganzen Tag an die Fensterscheiben. Eigentlich war ich mit der Arbeit schon fertig, allerdings hatte mich die Hoffnung auf besseres Wetter doch noch dazu verleitet, schriftlich auf einige verspätete Lieferungen zu pochen. Daß Rainer mich abends besuchen kam, war eher ungewöhnlich. Er war eher der frühe Vogel, der sich meistens in den Feierabend abseilte, wenn die letzten Kollegen aus der Mittagspause kamen.
„Schiebst du wieder Sonderschichten?“ wollte ich wissen. „Irgendein Messeauftritt oder so was?“
Rainer ließ sich schwer auf einen freien Stuhl fallen, streckte die Beine aus und schüttelte den Kopf.
„Nein. Keine Messe.“
Während er sich die Kaffeekanne angelte und den letzten Kaffee auf zwei Tassen verteilte, fand ich die Gelegenheit, ihn mir genauer anzusehen. Der sonst immer fröhliche Rainer lächelte zwar, machte aber einen gequälten Eindruck.
„Was ist los?“
„Sag mal, hast du schon mal eine Situation erlebt, in der du nicht weißt, ob du lachen oder weinen sollst?“
„Ich gehe regelmäßig ins Kabarett, wenn du das meinst. Bei dem, was die da sagen, weiß ich das oft nicht.“ Ich zuckte die Schultern.
„Nein, nein, so meine ich das nicht …“ Er zückte ein Blatt Papier und reichte es mir. „Ich vermute, dein Englisch ist gut genug.“
Es war der Ausdruck einer Mail, die Rainer vor zwei Stunden erreicht hatte.
„Sehr geehrte Frau Dr. Küster,
wir möchten uns noch einmal bei Ihnen für Ihre Spende bedanken. Unsere Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt der Tiere und Pflanzen Afrikas, die durch die Eingriffe des Menschen zunehmend bedroht ist, durch gezielte Aktionen zu bewahren. Hierzu zählt ebenfalls die Aufzucht von Exemplaren gefährdeter Tierarten. Wir möchten Sie darüber informieren, daß Sie es uns mit Ihrer Spende ermöglicht haben, ein bislang in Gefangenschaft lebendes Gepardenpärchen in die freie Wildbahn zu entlassen.
Der Gepard zählt […]“
Ich faltete das Schriftstück und gab es Rainer schweigend zurück.
„Lachen?“ fragte dieser. „Oder weinen?“
Der Regen prasselte noch immer an die Fensterscheibe. Und der Kaffee schmeckte bitter.

P. S.: Namen wurden natürlich geändert, es wurden auch einige Anpassungen vorgenommen.
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Dienstag.
Kollegin: "Als Ansprechpartner steht hier ein Dr. M. - mit dem hatten Sie doch schon zu tun, oder? Wie ist denn der so?"
Skywise: "Hm. Kompetenter Mensch, redegewandt, ein guter Erklärbär, nordisches Gemüt, hilfsbereit, ein zärtlicher Liebhaber ... was interessiert Sie an ihm genau?"
Kollegin: "Danke, danke, reicht schon."

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40

Montag, 6. März 2017, 19:19

Wow! Ein traurig wundervolle Geschichte. :love: ;(

Allerdings hatte ich als Frau Kuester Afrika fuer die Flitterwochen erwaehnte eh so ein dumpfes Gefuehl im Bauch. :menno:

Das ist Stoff fuer Hollywood.
"Warum sollte ich mich fürchten? Ich kenne keine Furcht."

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