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Mittwoch, 18. Oktober 2017, 15:31

Asterix in Italien (37), VÖ 19.10.2017

SPOILERENTWARNUNG – und Review zu Band 36

… ein Tag zu früh, aber ich durfte letzte Woche auf der Buchmesse zumindest das Album hinter Panzerglas und einen 5 m hohen Asterix auf dem Hauptplatz bewundern und bin schon sehr gespannt!

Ich habe mir die Cover-Livepräse reingezogen und Didier Conrad hat ein wenig über das Cover erzählt, dass Übersichtlichkeit und eine gewisse Ruhe im Bildaufbau wichtig sei... und über ihm prangt die destaillverliebte Coverzeichnung mit vier sich jagenden Rennwägen und mehr als einem Dutzend Personen und Pferden! Wird also wieder ein Wimmelband werden, wobei das ja nicht unbedingt als Kritik gemeint ist.

Ansonsten habe ich vermieden, allzu viel darüber in Erfahrung zu bringen, ich weiß eigentlich nur das, was der Titel verrät. Gestern erst las ich den letzten Band "Das Papyrus des Cäsar" (36), der hier anscheinend nicht besprochen wurde. Mein Fazit: besser als sein Vorgänger und ein echt nettes Ende. Diesmal (ich muss bei den Pikten noch mal nachsehen) ist mir etwas unangenehm aufgefallen, dass DIdier Conrad verdammt viele Posen verschiedenster Figuren aus den alten Alben regelrecht durchgepaust hat, das kann man jetzt als Fanservice werten, ich finde es etwas ängstlich und auch etwas arm.

Bei Asterix in Italien bin ich auf folgendes gespannt:
– hat man endlich was an der Papierqualität und dem miesen Lettering geändert, bleibt es bei 6,50 €?
– sind die Zeichnungen weiterhin sooo detailverliebt?
– emanzipiert sich der Zeichner langsam etwas oder klebt er noch mehr an Uderzo?
– ist die Story diesmal in einem Satz zu beschreiben (ist ja schon etwas sehr kompliziert geworden)?

Ich freu mich auf alle Fälle morgen auf meinen Kioskbesuch, ist doch immer was Besonderes!

Dann bin ich mal gespannt, was Eure Erwartungen und schliesslich Euer Urteil ist...

2

Samstag, 21. Oktober 2017, 08:48

hat man endlich was an der Papierqualität und dem miesen Lettering geändert, bleibt es bei 6,50 €?
– sind die Zeichnungen weiterhin sooo detailverliebt?
– emanzipiert sich der Zeichner langsam etwas oder klebt er noch mehr an Uderzo?
– ist die Story diesmal in einem Satz zu beschreiben (ist ja schon etwas sehr kompliziert geworden)?


So, gestern abend durch gekommen – mein Kurzfazit bzgl meiner Punkt oben.

- Lettering ein bisschen besser lesbar, muss mal nachmessen, ob sie etwas geändert haben;
- Preis 6,90!
- detailverliebt? o ja, dazu später mehr
- haben sich emanzipiert, zeichnerisch auf alle fälle
- mein wunsch nach einer einfachen story wurde mehr als erhört: A & O müssen ein Wagenrennen durch Italien gewinnen

auf alle Fälle das beste der drei neuen!

Fatspuuukie

von zentnerschwerer Last befreit

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3

Samstag, 21. Oktober 2017, 16:02

Das hört sich ja schon einmal gut an. Ich werde mit meinen Band allerdings erst in einigen Wochen holen.

Es wäre schön, wenn die Reihe mit guten Bänden weitergeführt wird.
Wir kriegen alles gebacken!

Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden.
(Mark Twain)

Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt aus?
(Albert Einstein)

4

Dienstag, 24. Oktober 2017, 17:13

...Nachschlag zu "später mehr":

Zeichnungen (Personen)
Bei den beiden Vorgängeralben wurde ja bereits bemängelt, dass zB Methusalix´ Frau – sonst ein Garant für feuchte Bubenträume – fast schon hässlich gezeichnet worden ist. Ich finde, das hat sich etwas geändert. Der olle Julius hat aber schwer an Charakter eingebüsst, zwar hat er noch dieses Clint Eastwood-hafte in seiner Mimik, ansonsten wirkt sein Gesicht viel flächiger und schmissiger gezeichnet, da fand ich Uderzos Stil ikonischer, man hatte bei Uderzos Cäsar einfach immer das Gefühl, dass das der mächtigste mann der Welt ist. In der Neuentwicklung von Gesichtstypen hat sich eher wenig getan, der korrupte Konsul ähnelt so vielen anderen früheren dekadenten Römern – wäre doch eine prima Figur für eine zeitgeistige Karikatur gewesen?!? Berlusconi zB, aber der wurde als Nebenfigur schnell verbraten. Sehr gut: Conrad hat sich endlich getraut, den Hauptcast in neuen Perspektiven und Posen darzustellen, besonders im Papyrus des Cäsar ist mir unangenehm aufgefallen, dass da viel fast durchgepaust erschien.

Zeichnungen (Pferde)
Verdient absolut eine extra Erwähnung – Wahnsinn, was Conrad sich da aufgehalst hat, Massenszenen mit Pferden, fast das ganze Album hindurch! Bravo!

Zeichnungen (Szenen)
Endlich endlich: auch hier löst sich der Zeichner langsam aber sicher von Uderzos Überwerk, moderne Perspektiven auf großartige Massenszenen, wieder kreucht und fleucht es und es gibt in allen Panels viel zu entdecken. Zwar zeigen sich kompositorische Schwächen und die Ästhetik von Uderzos ruhigem Strich ist einfach unübertroffen, trotzdem muss man den Hut ziehen vor diesem bildgewaltigen Band und seinem sehr sehr fleissigen Zeichner. 2 Jahre hat er gebraucht – vergleichsweise lang, denn: zu ihren besten Zeiten haben Goscinny/Uderzo im gleichen Zeitraum sage und schreibe 6 Alben rausgehustet.

Story
OK, ich wollte es ja mal wieder einfach – bereits 30 Jahre sind seit Asterix im Morgenland vergangen, meiner Meinung nach das letzte Album mit einem kurzen, knackigen waghalsigen Plot (Troubadix soll es in Indien regnen lassen), um den sich dann ein farbenfrohes Abenteuer entspinnt. Ein Wagenrennen durch Italien, unfaire Römer und etwas lokale Hintergründe. Klingt ein bisschen sehr nach Tour de france und will es auch sein. Und schon ist man wieder am Vergleichen – die Tour de france ist zwar auch eine Art Rennen, aber so pfiffig eingefädelt und liebevoll durcherzählt, eine kulinarische Hommage an ihr Heimatland, alles passt. Das Ursachen für das aktuelle Wagenrennen und das zufällige und unkomplizierte Reinstolpern von A & O wirken konstruierter, genauso das etwas bemühte Aufzählen von den Etappen und ihren Besonderheiten (jaaaaa, Venedig und die Gondeln/Stelzenhäsuser/Karneval...seufz, aber wer weiß schon, dass die Umbrier alte Widerständler sind?). Trotzdem kommt die Geschichte flott voran, schnell geschnitten und schwupps ist das Album zu Ende. Und da sind die beliebten Namenswitze, schön ausgedacht und gut übersetzt. Ein schöner Running Gag mittlerweile ist Obelix Aberglaube (letztes Mal ein Horoskop, jetzt Handleserin), da bin ich gespannt. Während die Zeichnungen herausstechen, ist mir die Story etwas vorsichtig geraten. Dass A & O alles andere als fair agieren und unschuldige Gegner zugunsten einer pitoresken Unfallszene rauskicken fand ich etwas befremdlich und stand in krassem Gegensatz zu dem Rennschluss, wo sich alle den Preis teilen (wer sollte eigentlich dieser Typ sein, dessen Rennkompagnon immer den Wagen repariert?). Bei Goscinny/Uderzo hatte einfach alles Hand und Fuß, Timing und Charme. Hier wurde ein sehr einfacher Plot ziemlich sinnfrei aufgeblasen, ein Actionalbum mit seichtem Humor, das geht besser! Warum müssen SIe das Rennen gewinnen??? Weil das Wohl des Dorfes auf dem Spiel steht? Miraculix in Rom eingesperrt ist? Wenigstens eine Wette um die Ehre der Gallier? Nichts dergleichen. Was hätte man nicht alles aus der Reise durch Italien (und dorthin!) machen können – die Mafia, überfüllte Strände und nicht nur Wein, Wurst und sattsam bekannte Bauwerke. Wer war nicht genauso entäuscht bei der Demaskierung wie ich – das muss doch Cäsar sein! Nein, der kommt später, warum der erste maskiert war, ist mir entgangen. Irgendwie hat man versucht, Italien ein ähnlich charmantes Denkmal zu setzten wie Frankreich in der Tour und dabei hat man ganz Süditalien vernachlässigt. Alles in allem – die Story ist unausgegorene Effekthascherei, Popcorncomic.

So – bis hierhin liest das ja eh keiner mehr... mein Fazit ist: nicht so schlimm wie die letzten 10 Uderzo-Alben und trotz allem das beste der bisher drei veröffentlichten Conrad/Ferri-Alben.
Für das nächste Album wünsche ich mir noch mehr Mut und – einen anderen Autor bitte, er kann es einfach nicht.

Smeralda

Gelebtes Chaos

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Wohnort: Hoch oben im stürmischen Norden

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5

Mittwoch, 25. Oktober 2017, 16:45

Vielen Dank für deine ausführliche Beschreibung!
Ich habe sie bis zum Ende gelesen und es hat mir sehr gut gefallen.
Ich habe schon seit Ewigkeiten keinen A & O BAnd mehr gelesen oder mir gekauft....nach deiner Beschreibung habe ich plötzliche Lust darauf :facepalm:
Freue mich auf weitere Berichte von dir!
Weiß man schon wann es weitergeht mit dem nächsten Band??
Besser Illusionen die uns entzuecken als zehntausend Wahrheiten

6

Donnerstag, 26. Oktober 2017, 09:38

Ja, mach das - ich lese alle Bände eigentlich alle 5 Jahre komplett durch und entdecke immer wieder was Neues, das ist echt schön.

Schwer zu sagen wann und wie es weitergeht – aber da die Auflagen immer astronomischer werden und der VÖ-Zeitpunkt jetzt eigentlich immer die Woche nach der Frankfurter Buchmesse war, tippe ich auf in zwei Jahren. Die Autoren sollten da gut von leben können und dem Verlag ist ein hungriges Publikum bestimmt auch lieber. Oder die drei Alben waren ein Testballon und die scheißen uns jetzt so richtig zu – stellt Euch mal vor, es gäbe ein von Heerscharen frankobelgischer Zeichner verfertigtes monatliches Billigbuch ala LTB von Disney. Da die Lizenz längst nicht mehr in Uderzos Händen oder denen seiner Töchter ist, ist hier einiges denkbar. Wenn mein lieber alter Uderzo mal Goscinny nachfolgt, bin ich gespannt, ob das so ausufert oder die Franzosen die EIn-Alben-Tradition pietätvoll weiterführen.

LibussaKrokus

Grumbeersupp un' Quetschekuche

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7

Montag, 30. Oktober 2017, 08:43

Ich habe den Band jetzt auch gelesen und muss sagen, dass ich die Umsetzung zwar besser finde als bei den letzten Uderzo-Geschichten, aber wirklich gut finde ich das Ganze trotzdem nicht! Irgendwie hakt es für mich besonders bei der Art der Erzählung. Alles ist verdammt hektisch - die einzelnen Abschnitte sind nur kurz angerissene, aneinandergereihte Anekdoten, die für mich zudem ziemlich uninspiriert wirken. Und last but not least fehlt mir sowohl beim Text, als auch bei den Bildern bzw. in der Charakterisierung der Figuren und deren Namen der hintergründige Witz.

Gestern habe ich auch nochmal in das Piktenalbum reingesehen und war dagegen wieder recht positiv überrascht. Die Geschichte muss sich im Gegensatz zu "Asterix in Italien" nicht vor den frühen Arbeiten von Uderzo und Goscinny verstecken. :]
Nothing makes a father happier than seeing his daughter with a smile on her face and her boyfriend with fear in his eyes!

Glück ist wie furzen. Wenn man es erzwingt, kommt nur Scheiße raus!

Perry

bringt Angsthasen nach Muffenhausen

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Freitag, 18. Mai 2018, 07:50

Mein Band liegt seit dem Erstverkaufstag bei uns im Gäste-WC. Ich hab ein paar mal drin geblättert, aber gelesen habe ich den Band noch immer nicht. Bereits das, was ich beim Blättern gesehen habe, gefällt mir eigentlich nicht besonders.
"Wo bist du gerade?" - "In der Bredouille!" - "Hach. Frankreich! Wie schön."

Instagram: Vinylianer

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