ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut hat an die ARD appelliert, man solle bei aller Konkurrenz nicht gegeneinander arbeiten. In einem Gespräch mit dpa kritisierte Bellut vor allem das Vorhaben der ARD, die "Tagesthemen" ab 2006 um 15 Minuten auf 22.15 Uhr vorzuverlegen. In diesem Zusammenhang bemängelte der ZDF-Programmdirektor, dass die dadurch auf 30 Minuten verkürzten politischen Magazine der ARD direkt mit dem ZDF-"heute journal" um 21.45 Uhr konkurrieren würden. Bellut erklärte gegenüber dpa, er habe bei der ARD einen Stimmungsumschwung festgestellt, der in die Richtung gehe: "Wenn es irgendwann nur noch einen geben soll, dann muss es die ARD sein." Die Vorverlegung der "Tagesthemen" bezeichnete Bellut als "Kampfprogrammierung".
Diesen Vorwurf wies sein ARD-Kollege Günter Struve zurück. "Wenn wir uns Gedanken zur Optimierung des Programms machen, dann für die Zuschauer und nicht gegen das ZDF. Und es zeugt schon gar nicht von einer Kampfeslust unsererseits", so Struve laut dpa. Bei seiner Kritik und seiner Sorge um das "heute journal" übersehe Bellut, dass der Sendeplatz um 21.45 Uhr seit Jahren ein Termin für Dokumentationen, politische Magazine und das Wirtschaftsmagazin "Plusminus" im Ersten sei.