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Jaxx

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1

Freitag, 11. März 2005, 18:01

Gabriel Burns 10 & 11

Inhalt

Diesseits der Kuppeln (Teil 1 von 2)

„Es existieren Legenden... von Orten, an denen sich jene vermehren, die für uns nichts als Abscheu empfinden.“ Jenseits der rumänischen Grenze gerät ein größenwahnsinniges Projekt außer Kontrolle. Die Sphären... „In der einen herrschte Dunkelheit, während in der anderen die Schwärze immer wieder von grellen Blitzen durchbrochen wurde. Unter der halbtransparenten Hülle zeichneten sich Konturen ab. Wie heranwachsende Lebewesen.“ Eine untergehende Macht weigert sich, ihr Versagen einzugestehen. Steven Burns verfolgt einen erbarmungslosen Gegner, mit dem er auf abnorme Weise verbunden zu sein scheint. Er betritt eine von Menschen erschaffene Welt, die sich in eine fiebrige Zone des Todes verwandelt hat.


Welt der Dämmerung (Teil 2 von 2)

Jenseits der rumänischen Grenze gerät ein größenwahnsinniges Projekt außer Kontrolle. Die Sphären... "Wald... Dieser Begriff hat nichts gemein, mit jenem Albtraum, der Steven Burns in der zweiten Sphäre erwartet. Die Luft ist von Modergeruch durchdrungen. Kein Tageslicht dringt durch das Dickicht der ineinander verwobenen Äste. Der matte, geisterhafte Schimmer musste von Fäulnisbakterien ausgehen, die hier einen idealen Nährboden gefunden hatten.“ Alles Leben befindet sich in einem widerwärtigen Wandel. „Augen - viele Augen! - fanden die Eindringlinge und starrten sie an.“



Besprechung

Die schon fast legendären Folgen 10 und 11 der bekannten Serie „Gabriel Burns“, sorgten für eine Menge Aufregung im Vorfeld. Die Veröffentlichung schien gefährdet, da die Hörspiele „überarbeitet“ werden mussten. Die seine zu brutal und es wurden Parallelen zu dem noch legendäreren Hörspiele „Dr. Gorgo“ gezogen. Was ist dran, an den Behauptungen, das Hörspiel sei zu brutal? Nun, mitnichten ist das Hörspiel für Kinderohren gedacht. „Empfohlen ab 12 Jahren“ steht auf den Tonträgern und ich wage zu bezweifeln, dass diese Altersangabe immer richtig ist, denn eins habe ich festgestellt: Gabriel Burns wird brutaler!

Es ist jedoch nicht diese sinnlose Brutalität, die als Lückenfüller eingebaut wird. Es ist vielmehr die Art von Brutalität, die das Werk im Ganzen noch elementarer erscheinen lässt. Burns 10 und 11 habe ich liegend und mit geschlossenen Augen gehört und ich muss sagen, dass mich eine Lähmung packte, die mich nicht loslassen wollte. Es mag nun sehr reißerisch klingen, ist aber die Wahrheit. Die Dichte der Hörspiele vermag an den Zustand erinnern, wie er kurz vor dem Urknall herrschen musste. Meiner Meinung nach kann man ein Hörspiel nicht spannender umsetzen und somit fühle ich meine Meinung erneut bestärkt, wenn ich sage, dass Gabriel Burns momentan die beste Mystery-Grusel-Serie auf dem Markt ist.

Zu den Folgen: Die 10 ist meiner Meinung nach die brutalste. Dem Protagonisten wird mit einer beängstigenden Brutalität ein Körperteil abgeschnitten und Luther Niles „wagt ein paar (Tanz-) Schritte mit dem Sterbenden auf dem mit roten Sprühnebel (Blut) benetzten Boden. Letztere Aktion grenzt eigentlich fast an Perversion, ist aber irgendwie trotzdem faszinierend umgesetzt. Die gurgelnden Geräusche des Sterbenden erfüllten die Szene mit einer nahezu authentischen Atmosphäre, die wiederum zu der besagten „Lähmung“ führte. Ich möchte diese Szene nicht verurteilen, im Gegenteil, es gibt kaum eine entsprechende Szene, die mich ansatzweise so gut unterhalten hat wie diese, aber das „Empfohlen ab 12 Jahren“ passt hier wirklich absolut nicht!

Ansonsten ist die Folge „Burns-like“. Spannung, Action und Handlung sind super. Wer meint, hier schließt sich der Kreis und es werden einige Sachen klarer, der wird enttäuscht werden. Wer die Serie jedoch als Ganzes sieht und noch mehrere Folgen der Spannung und Fragen erwartet, der wird hier nicht enttäuscht.

Die Sprecher sind wie gewohnt gut. Den Part des Gaststars übernimmt dieses Mal Smudo von den Fanta 4. Seine Rolle ist kurz und wenn ich ehrlich bin, sollte er beim Singen bleiben. Er gibt hier eher eine durchschnittliche Leistung ab.


Die Folge 11 hingegen, die ja eigentlich wegen zu derber Szenen geändert werden sollte, fand ich nicht „schlimmer“ als die 10. Bei „Welt der Dämmerung“ ist der thrillfactor unendlich genial. Als Hörer rechnet man eigentlich jeden Augenblick mit einem Angriff aus dem Dunkeln doch man wird ganz schön hingehalten. „Leckere“ Soundeffekte gibt es auch hier wie beispielsweise das Aufplatzen eines Körpers, aus welchem Schlupfwespen kommen.

Im Ganzen sind die beiden Folgen sehr unterhaltsam. So macht Burns wirklich Spaß und ich gehöre nicht gerade zu der Fraktion, die immer sofort das Rätsel gelöst haben möchte. Lobenswert finde ich die Tatsache, dass die beiden Folgen nahtlos ineinander über gehen. Was mich bei der 11 ein wenig stört ist der Handlungsverlauf. Die letzten 10% der Story gehören zwar zum Gesamtbild der Serie und sind bestimmt wichtig für die komplette Lösung, jedoch wird die tolle Dichte des Hörspiels hierbei zerissen.

Fazit

Die beiden Folgen haben mich erneut überzeugen können. Spannung und Atmosphäre sind unschlagbar und ich frage mich erneut, ob es möglich ist, diese Leistung zu überbieten? Sicherlich werden einige Fans langsam unruhig und wollen Antworten auf die Fragen haben, doch die Fans, die die Burns-Hörspiele bis jetzt gut fanden, werden hier erneut blind zugreifen dürfen.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Jaxx« (11. März 2005, 18:26)


2

Dienstag, 15. März 2005, 10:09

Folge 10 - Diesseits der Kuppeln:

Inhalt:
"Es existieren Legenden... von Orten, an denen sich jene vermehren, die für uns nichts als Abscheu empfinden."
Jenseits der rumänischen Grenze gerät ein größenwahnsinniges Projekt außer Kontrolle. Die Sphären...
"In der einen herrschte Dunkelheit, während in der anderen die Schwärze immer wieder von grellen Blitzen durchbrochen wurde. Unter der halbtransparenten Hülle zeichneten sich Konturen ab. Wie heranwachsende Lebewesen."
Eine untergehende Macht weigert sich, ihr Versagen einzugestehen. Steven Burns verfolgt einen erbarmungslosen Gegner, mit dem er auf abnorme Weise verbunden zu sein scheint. Er betritt eine von Menschen erschaffene Welt, die sich in eine fiebrige Zone des Todes verwandelt hat.

Story:
Im ersten Teil dieses Zweiteilers wird ein hohes Tempo gefahren, denn es passiert so einiges. Steven und Joyce sind in die Fänge nicht grade zimperlicher Russen geraten. Während diese versuchen Erklärungen aus Steven und Joyce heraus zu pressen, sind Larry Newman und sein neuer Kollege Stuart Blumberg unterwegs um herauszufinden, was mit Steven und Joyce passiert ist. Die gebotene Handlungdichte ist hoch, denn nahezu permanent wird die Handlung vorangetrieben und dabei geht es stellenweise auch mal wirklich hart und ekelig zur Sache. Es werden einige kleine Bröckchen an Erklärungen präsentiert, aber gleichzeitig werden direkt neue Fragen aufgeworfen. Stichwort: Stevens Finger. Die 58 Minuten dieser Folge verfliegen nahezu im Flug und am Ende steht ein sehr fieser Cliffhanger, der jeden zur Verzweiflung treiben dürfte, der nicht direkt Folge 11 hören kann.

Sprecher:
Die Sprecherleistung sind abermals hervorragend. Das Core-Team der Serie (Erzähler Kluckert, Bernd Vollbrecht, Bianca Krahl und Björn Schalla) legen sich gehörig ins Zeug. Die Auftritte der übrigen Sprecher stehen dem allerdings in nichts nach. Bodo Wolf und Boris Aljinovic können als fieses Russendoppel überzeugen und Namen wie Simon Jäger (Luther Niles) oder Gerrit Schmidt-Foss (Oleg) stehen für Qualität. Die Regie hat sich ebenfalls keine Schnitzer erlaubt und die Sprecher gut in Szene gesetzt. Sehr gute Leistungen.

Musik und Effekte:
Man ist aus der Serie nichts anders als Qualitätsarbeit gewohnt und genau diese wird hier abermals geboten. Düstere Klaviermelodien und bedrohliche Klänge schaffen in Verbindung mit den eingesetzten Effekten eine unnachahmliche Atmosphäre. Egal ob heftiger Wind aufkommt, oder man auf sehr altmodische Weise einen Finger amputiert ... es klingt als wäre der Hörer dabei. Grade die eben genannte Amputation kommt wirklich sehr ekelig daher. Was bleibt gross zu sagen? Man hält das Niveau, dass man gewohnt ist und das ist ein verdammt hohes.

Fazit:
Es ist erneut gelungen! Mit "Diesseits der Kuppeln" hat man ein Hörspiel vorgelegt, dass wie nur wenige andere den Begriff "Kino für die Ohren" definiert. Hier stimmt nahezu alles. Von der packend erzählten Geschichte über die fantastischen Sprecher bis hin zur gelungen Untermalung. Die kleinen Häppchen an Aufklärung schaffen es dann auch einen Nörgler, wie ich es bei den Folgen 8 und 9 war, zu überzeugen. Universal servieren dem Hörer mit dieser Folge eine weitere Produktion, die sich das Prädikat TOP mehr als verdient hat.

***** / *****

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Folge 11 - Welt der Dämmerung

Inhalt:
Jenseits der rumänischen Grenze gerät ein größenwahnsinniges Projekt außer Kontrolle. Die Sphären...
"Wald... Dieser Begriff hat nichts gemein, mit jenem Albtraum, der Steven Burns in der zweiten Sphäre erwartet. Die Luft ist von Modergeruch durchdrungen. Kein Tageslicht dringt durch das Dickicht der ineinander verwobenen äste. Der matte, geisterhafte Schimmer musste von Fäulnisbakterien ausgehen, die hier einen idealen Nährboden gefunden hatten."
Alles Leben befindet sich in einem widerwärtigen Wandel.
„Augen - viele Augen! - fanden die Eindringlinge und starrten sie an.“

Story:
Der erste Teil dieses Zweiteilers fuhr ein hohes Tempo. Dafür geht es nun hier im zweiten Teil wesentlich behebiger und fast schon etwas zäh zu. Grade mal 52 Minuten dauert diese Folge und dennoch wirkte sie auf mich irgendwie länger ... ein ähnlicher Effekt wie beim "Nebelsee". Es passiert nämlich schlicht und ergreifend recht wenig und als Hörer hatte man eigentlich gehofft, dass Luther Niles einige Informationen rausrücken würde. Zwar tut er dies, doch das ganze wirft mehr Fragen auf, als es klärt. Die Geschichte war für mich nach der sehr guten Folge 10 schon eine Enttäuschung. Es hätte fraglos etwas mehr passieren können. Was bleibt ist ein doch schon fast schwacher Eindruck.

Sprecher:
Hier lässt man ohne Frage gar nichts anbrennen. Jeder der vorkommenden Sprecher gibt sich hörbare Mühe und glänzt mit guten bis sehr guten Leistungen. Etwas aus dem Rahmen fällt da lediglich Fanta-4s "Smudo". Auf mich wirkte er an einigen Stellen etwas emotionslos. Dafür kann er aber sehr beeindruckend schreien ;) Mit Simon Jäger, Gerrit Schmidt-Foss und Jürg Löw hat man Profis im Studio gehabt, die diesen minimalen Patzer ohne Frage ausbügeln können. Auf die Dauer wird es zwar langweilig, aber die Sprecher sind insgesamt wirklich alle gut bis sehr gut und somit immer ein entscheidender Pluspunkt für diese Serie.

Musik und Effekte:
Muss man hierüber wirklich etwas schreiben? Ja, das muss man! Denn bei dieser Folge wird eine so dichte und bedrohliche Atmosphäre geboten, die sogar den Nebelsee übertifft. Das beschriebene Szenario des entarteten Waldes wird mittels geschickter Kombination von Effekten und Melodien so real erzeugt, dass man meint man stünde selbst mitten drin. Die Musik trägt auch noch entscheidend dazu bei, dass die Gesamtstimmung unglaublich bedrückend ist. So bedrückend, dass man immernoch einen Kloß im Hals hat, wenn die CD längst den heimischen Player verlassen hat. Was hier geleistet wurde ist ohne Frage beeindruckend.

Fazit:
"Welt der Dämmerung" schlägt in eine ähnliche Kerbe wie der "Nebelsee". Die Geschichte selbst ist etwas dünn und dürfte den einen oder anderen Hörer ohne Frage verärgern. Demgegenüber steht aber die unglaublich dichte Atmosphäre und dieses mulmige Gefühl, dass einen auch nach dem Hören nicht sofort loslässt. Auch die wieder einmal sehr guten Sprecher stimmen versöhnlich und retten das Hörspiel vor dem Durchschnitt. Allein wegen der Atmosphäre sollte man diese Produktion schon mal gehört haben, aber innerhalb der Serie gab es schon Geschichten die wesentlich mehr fesseln konnten. Die Vorstellung ist zwar GUT, aber man ist aus der Serie einfach noch etwas mehr gewöhnt.

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Original-Rezis:
Gabriel Burns 10-Rezi
Gabriel Burns 11-Rezi