Die Einführung der vom Satellitenbetreiber SES Astra geplanten Nutzungsgebühr könnte bereits im kommenden Jahr Wirklichkeit werden. Wie Astra-Geschäftsführer Wolfgang Elsäßer nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa-AFX heute in München erklärte, sei bei den Verhandlungen mit mehreren privaten Fernsehsendern in den nächsten Wochen und Monaten mit Abschlüssen zu rechnen. Damit könnte das verschlüsselte digitale Fernsehzeitalter laut Elsässer dann im nächsten Jahr beginnen. Für eine Übergangszeit würden verschlüsselte und unverschlüsselte Programme parallel ausgestrahlt werden, spätestens Mitte nächsten Jahres solle dann eine Gebühr fällig werden, die laut Elsässer "deutlich unter fünf Euro monatlich" liegen solle. Außerdem würden eine einmalige Freischaltgebühr von weniger als zehn Euro und die Kosten für den Digitalreceiver fällig.
Das Kartellamt hat die geplante Gebühr bereits als kartellrechtlich unbedenklich eingestuft. Jedoch kündigte die Behörde an, einschreiten zu wollen, sobald aus der Verschlüsselung ein koordiniertes Vorgehen von SES Astra sowie den Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1 zu Ungunsten einiger Decoderhersteller werde. Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) hingegen hat eine Klausurtagung zur "entemotionalisierten und sachlich richtigen Aufarbeitung" des Themas angeregt, während die Unabhängige Landesanstalt für Rundfunk und neue Medien (ULR) eine Verschlüsselung des digitalen Satellitenempfangs ebenso ablehnt wie Vertreter der Politik und ZDF-Intendant Markus Schächter.
Quelle: Blickpunkt:Film